{"id":1409,"date":"2015-02-22T17:00:36","date_gmt":"2015-02-22T15:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berlin.freidenker.org\/?p=1409"},"modified":"2015-02-22T19:14:08","modified_gmt":"2015-02-22T17:14:08","slug":"bericht-fracking-konzerne-weltweit-auf-dem-vormarsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berlin.freidenker.org\/?p=1409","title":{"rendered":"[Bericht] Fracking \u2013 Konzerne weltweit auf dem Vormarsch"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bericht von der <a title=\"12.11.2014 \u2013 Einladung zur \u201cBerliner Runde \u2013 Freidenker im Gespr\u00e4ch\u201d\" href=\"https:\/\/www.berlin.freidenker.org\/?p=1374\">\u201eBerliner Runde \u2013 Freidenker im Gespr\u00e4ch\u201c\u00a0 am 12. November 2014<\/a><\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #800000;\">Fracking \u2013 Konzerne weltweit auf dem Vormarsch<\/span><\/h2>\n<p><strong>lautete das Thema eines anderthalbst\u00fcndigen Referates von Politikwissenschaftler Andreas Fuhs. Fuhs, der seinen Arbeitsschwerpunkt in nationaler und internationaler Energiepolitik hat, hielt am 12. November 2014 in den R\u00e4umen der Volkssolidarit\u00e4t einen Vortrag \u00fcber Fracking. Die Berliner Freidenker hatten eingeladen, s. Link, um uns Freidenkern und unseren G\u00e4sten einen gr\u00f6\u00dferen Einblick in die Thematik zu gegeben.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eFracking for freedom\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Fracking, eine moderne und zu recht umstrittene Technologie zur \u00d6l- und Gasgewinnung, ist nicht nur in den Medien ein Dauerbrenner. Die Technologie wird in den Industriestaaten des Westens an unkonventionellen und schwerzug\u00e4nglichen F\u00f6rderst\u00e4tten eingesetzt, dort wo fr\u00fcher die Ruhe der naturbelassenen Umwelt ihre eigenen Gesetze schrieb. In Schiefergestein, Kohlefl\u00f6z und Tipergas werden die Bohrer schonungslos hineingetrieben, koste es was es wolle. 3000 Meter tief. Neue Quellen werden durch modernere Technik erschlossen, denn vertikale und horizontale Bohrungen schaffen noch mehr Effizienz und Profit.<!--more--><\/p>\n<p>Nur wenn es darum geht die Vor- und Nachteile gegeneinander zu stellen, fragt es sich immer welche Vorteile \u00fcberwiegen und f\u00fcr wen? Da ist es nur zu verst\u00e4ndlich, dass beteiligte Konzerne gern die Schaffung von neuen Arbeitspl\u00e4tzen und die \u201eFreiheit durch Fracking\u201c hervorheben. Die \u00fcbergro\u00dfen Umweltbelange gern verschweigen oder bewusst klein reden, geh\u00f6rt zum guten Ton der transnationalen Konzerne. Durchaus kein US-Spezifikum.<\/p>\n<p>Dass sich hinter der kapitalistischen Produktionsweise nicht grunds\u00e4tzlich die Wohlstandsgesellschaft des Westens verbirgt, kann auch bei dieser Art des kapitalistischen Wirtschaftens deutlich beobachtet werden. N\u00e4mlich dann, wenn der Wasserhahn Feuer speit, ja dann, dann h\u00f6rt der Spa\u00df beim Endverbraucher auf. Auch in den USA regt sich nicht nur aus diesem Grund Widerstand und \u00fcberall da, wo die \u201eFreiheit\u201c Einzug h\u00e4lt. Massenhafte Unterschriften-Aktionen finden statt, genau derer, die sonst nie solcherart Papiere unterschrieben haben. Der maximale Profit von Haliburton und Schummeier macht die US-B\u00fcrger in den Staaten zunehmend misstrauisch und unsicher.<\/p>\n<p>Auch beim Freihandelsabkommen TTIP spielt Fracking eine \u00fcbergro\u00dfe Rolle, Investorenschutzgesetz geht vor Umweltgesetzgebung. Doch durch das Bohrwasser werden Quecksilber sowie Radon hochgesp\u00fclt, die das Erbgut des Menschen schaden k\u00f6nnen. Die Zusammensetzung der Additive f\u00fcr die hydraulische Behandlung besteht aus 4,6 Prozent Quarzsand, 0,2 Prozent Additive und 95,2 Prozent Wasser. Das Fl\u00fcssigkeitsgemisch als Ganzes ist trotzdem als schwach &#8211; Wasser gef\u00e4hrdend, statt als Umwelt gef\u00e4hrdend eingestuft. Nach Chemikalienrecht stellt es kein kennzeichnungspflichtiges Gemisch dar. Fracking ist in Frankreich und Bulgarien verboten, in Tschechien besteht ein Memorandum.<\/p>\n<p>Bei Schwierigkeiten mit der Schlie\u00dfung des Bohrloches kann das Grundwasser verseucht werden. Von der Kontrollierbarkeit bei Rissbildung im Boden ganz zu schweigen. Erh\u00f6hte Gefahren f\u00fcr Erdbeben entstehen. Mit welchen realen Problemen die sp\u00e4teren Generationen konfrontiert werden, bleibt abzuwarten. Der Mensch l\u00f6st angeblich ein Problem und schafft mehrere neue Probleme.<\/p>\n<p>Und Klagen k\u00f6nnen nur bei speziellen Schiedsgerichten \u2013 statt staatlicher Gerichtsbarkeit \u2013 eingereicht werden, wobei dieses Unterfangen schwierig sein wird. Die kanadische Stadt Qu\u00e9bec ist zu 200 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt worden, weil sich die Gewinnprognosen nicht erf\u00fcllen lie\u00dfen. Die Gewinnquote kann so auf Umwegen erf\u00fcllt werden, aber der Steuerzahler zahlt drauf. Welch ein Irrsinn. Ein Drittel der Klagen sind im \u00d6l- und Gasbereich der Bergbauunternehmen zu registrieren.<\/p>\n<p>Sicher ist nur, das Fracking die umweltbelastenden Kohlekraftwerke mehr und mehr ersetzen, welches zwar die CO2-Belastung in der Luft reduziert, aber paradoxerweise klimasch\u00e4dlich ist, denn es entweicht Methan in die Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Der momentan gesunkene \u00d6lpreis auf dem Weltmarkt reduziert die Investitionen in den USA. Um Fracking wieder auf die Siegerstra\u00dfe zu bringen, muss der \u00d6lpreis wieder steigen. Erst dann wird das Gedr\u00f6hn der Freiheitsglocke &#8211; \u201eFreiheit durch Fracking\u201c &#8211; wieder erklingen!<\/p>\n<p>L.S.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht von der \u201eBerliner Runde \u2013 Freidenker im Gespr\u00e4ch\u201c\u00a0 am 12. November 2014 Fracking \u2013 Konzerne weltweit auf dem Vormarsch lautete das Thema eines anderthalbst\u00fcndigen Referates von Politikwissenschaftler Andreas Fuhs. Fuhs, der seinen Arbeitsschwerpunkt in nationaler und internationaler Energiepolitik hat, hielt am 12. November 2014 in den R\u00e4umen der Volkssolidarit\u00e4t einen Vortrag \u00fcber Fracking. 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