{"id":2996,"date":"2016-11-05T00:41:49","date_gmt":"2016-11-04T22:41:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berlin.freidenker.org\/?p=2996"},"modified":"2016-11-07T10:43:16","modified_gmt":"2016-11-07T08:43:16","slug":"transparenz-als-politischer-wert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berlin.freidenker.org\/?p=2996","title":{"rendered":"Transparenz als politischer Wert"},"content":{"rendered":"<p>Hat der Superreiche (GGG \u2013 das Ganz Gro\u00dfe Geld) ein politisches Begehren, <a href=\"http:\/\/www.opensecrets.org\/overview\/topindivs.php?view=fc&amp;cycle=2016\" target=\"_blank\">kauft er<\/a> (oder \u201esie\u201c) sich einen Politiker oder eine Organisation. Vertrag ist Vertrag. Beide Seiten wissen, woran sie sind. Politische Transparenz braucht GGG nicht, akzeptiert sie allenfalls als sekund\u00e4ren Wert.<\/p>\n<p>Wenn sich die Habenichtse\/Machtlosen\/Ausgebeuteten gehorsam f\u00fcr die Politiker, die Parteien, die NGO des GGG entscheiden, ist alles gut. (In der optimierten b\u00fcrgerlichen Gesellschaft reicht die Zustimmung von weniger als 25% der Habenichtse (bei \u00a0Desinteresse\/Neutralisierung von 50%) f\u00fcr eine stabile Herrschaft aus.)<\/p>\n<p>Ein gewisser Anteil der Habenichtse\/Machtlosen\/Ausgebeuteten ist weder zustimmungsbereit noch sediert. Sie wollen eigene Interessen durchsetzen, wollen zumindest mitbestimmen oder sogar das System revolutionieren. Da sie nicht \u00fcber ausreichend Geld und Gut verf\u00fcgen, bleibt ihnen nur die Vereinigung ihrer H\u00e4nde, Herzen und Hirne. Bewusste gemeinsame Aktion auf Basis freier aber zugleich verbindlicher Organisation ist ihr Weg. Daf\u00fcr unverzichtbar sind \u00dcbereinstimmung des Wissens und der Gesinnung und wechselseitiges Vertrauen. Einmal unverzichtbar. Immer unverzichtbar.<\/p>\n<p>So haben alle radikal-humanistischen\u00a0Vereinigungen oder Parteien angefangen. Mit den besten Vors\u00e4tzen sind sie auf die absch\u00fcssige Bahn geraten. Am Ende standen der Zerfall oder die Zerschlagung. Letztes gro\u00dfes Beispiel ist die kommunistische Bewegung des 19.\/20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Die tragische Entwicklung hat erkennbare Gr\u00fcnde:<\/p>\n<ul>\n<li>die Gesellschaft \u00e4nderte sich schneller als die kommunistischen Parteien zu reflektieren vermochten<\/li>\n<li>die revolution\u00e4ren Theorien waren von vornherein l\u00fcckenhaft und nur teilweise der Realit\u00e4t angemessen.<\/li>\n<li>innerhalb der Parteien der Freiheit und des \u201elebendigen Lebens\u201c (wie Lenin gern sagte) etablierten sich schleichend zerst\u00f6rerische Macht- und Geldverh\u00e4ltnisse.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bisher hatten alle Versuche aus der Misere herauszukommen nur geringen Erfolg. Daf\u00fcr gibt es mehrere Gr\u00fcnde. F\u00fcr einen besonders wichtigen halte ich, dass \u201epolitische Transparenz\u201c nicht als ein Schl\u00fcsselproblem begriffen wird.<\/p>\n<p>Warum Schl\u00fcsselproblem?<\/p>\n<ol>\n<li>Die Klassenverh\u00e4ltnisse haben sich \u201ediversifiziert\u201c. Heute scheint es, als ob unabh\u00e4ngige Individuen, souver\u00e4ne B\u00fcrger frei ihre zivilgesellschaftliche Lebensweise gestalten. Objektive und subjektive Faktoren\/Interessen haben die Zivilgesellschaft der Klassengesellschaft \u00fcbergest\u00fclpt \u2013 bis zum (augenscheinlichen) Verschwinden der Letzteren.<\/li>\n<li>Das Konzept der Diktatur des Proletariats hat sich als zu grob erwiesen, um den unbekannten Weg des sozialistischen Aufbaus \u00fcber Anfangsschritte hinaus erfolgreich zu gehen.<\/li>\n<li>Die kontinuierlichen Selbstbewahrungsanstrengungen (um den Begriff \u201eSelbstreinigung\u201c zu vermeiden) der radikal-humanistischen Organisationen entsprechen nicht dem Notwendigen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zu 1: Ein Katalog von Transparenz-Mindestanforderungen muss und kann es dem \u201enaiven\u201c aktivit\u00e4tswilligen B\u00fcrger erm\u00f6glichen, den (Klassen-)charakter der ihn interessierenden (bzw. sein Engagement herausfordernden) NRO zumindest vorl\u00e4ufig einzusch\u00e4tzen. (Und genau das ist heute, da wir von hunderten, tausenden NRO geradezu bedr\u00e4ngt werden, eine Mindestvoraussetzung f\u00fcr Orientierung in der Gesellschaft.)<\/p>\n<p>Zu 2: Transparenz \u00fcber inhaltliche Gegens\u00e4tze innerhalb der radikal-humanistischen Organisation ist der zwingend notwendige erste Schritt, um diese dialektisch aufzul\u00f6sen d.h. in einen kreativen Prozess zu \u00fcberf\u00fchren mit m\u00f6glichst kleinem Verlust und m\u00f6glichst gro\u00dfem Gewinn f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>Zu 3: Absolute politische Transparenz ist der einfachste und \u00fcberall wirksame Garant daf\u00fcr, dass das unvermeidliche \u201eAllzumenschliche\u201c der einzelnen Mitglieder, namentlich der F\u00fchrer, keine negative Auswirkungen auf die Organisation hat.<\/p>\n<p>WIE k\u00f6nnte die angemahnte Transparenz aussehen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hat der Superreiche (GGG \u2013 das Ganz Gro\u00dfe Geld) ein politisches Begehren, kauft er (oder \u201esie\u201c) sich einen Politiker oder eine Organisation. 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