{"id":3368,"date":"2017-01-29T19:37:15","date_gmt":"2017-01-29T17:37:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.berlin.freidenker.org\/?p=3368"},"modified":"2017-01-29T19:37:15","modified_gmt":"2017-01-29T17:37:15","slug":"transparenz-und-transparency","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berlin.freidenker.org\/?p=3368","title":{"rendered":"Transparenz und transparency"},"content":{"rendered":"<p>Der folgende Beitrag erschien zuerst auf <a href=\"https:\/\/opablog.net\/2017\/01\/29\/transparenz-und-transparency\/\" target=\"_blank\">opablog<\/a>. Er geh\u00f6rt aber sehr wohl auch hierher, denn er f\u00fchrt einen wichtigen Gedanken aus unserem<a href=\"https:\/\/www.berlin.freidenker.org\/?p=3329\" target=\"_blank\"> Offenen \u00a0Brief<\/a> fort.<\/p>\n<p>Transparenz und transparency sind zwei Paar Schuhe.<\/p>\n<p><strong>Transparenz<\/strong> brauchen wir, wie die Luft zum atmen.<\/p>\n<p>Wir wollen von unserer Sache \u00fcberzeugen? Also m\u00fcssen die Menschen unsere Sache rundherum be\u00e4ugen d\u00fcrfen. Wir wollen mit unseren Vereinen und Organisationen \u00fcberzeugen? Also m\u00fcssen die Menschen unsere Vereine und Organisationen auf Herz und Nieren pr\u00fcfen d\u00fcrfen. Und zwar, BEVOR sie sich daf\u00fcr entschieden haben.<\/p>\n<p>Wie willst du etwas pr\u00fcfen, wenn du nicht hineinschauen darfst?<\/p>\n<p>F\u00fcr Lenin war das v\u00f6llig klar: <em>\u201eNach unseren Begriffen ist es die Bewu\u00dftheit der Massen, die den Staat stark macht. Er ist dann stark, wenn die Massen alles wissen, \u00fcber alles urteilen k\u00f6nnen und alles bewu\u00dft tun.\u201c<\/em>\u00a0(8. November 1917, &#8222;Schlusswort zur Rede \u00fcber den Frieden&#8220;, <a href=\"http:\/\/www.red-channel.de\/LeninWerke\/LW26.pdf\" target=\"_blank\">Werke, Band\u00a0<span class=\"skimlinks-unlinked\">26<\/span>, Berlin 1961<\/a>, S.246)<\/p>\n<p>Mit der Privatisierung der Informationen fing alles an &#8211; Verz\u00f6gern, Verschweigen, Halbwahrheiten &#8211; Stalin, bereits 1923. Die Privatisierung der Macht brauchte viele m\u00fchsame Schritte und harte Schnitte in Lenins Land der gro\u00dfen Revolution. Aber 1938 war sie vollendet. Die Privatisierung der \u00d6konomie war der letzte Stein aus dem Fundament. Auch er leider folgerichtig. Im Jahr 1991 war beendet, was 1923\/24 begann.<\/p>\n<p>Es war nicht nur Ironie der Geschichte, dass der Untergang von der Phrase &#8222;Glasnost&#8220; (= &#8222;Transparenz&#8220;) begleitet wurde. Ein letztes Mal wurde mit dem Sehnen der Menschen gespielt. Als ob ein F\u00fchrer (noch dazu ein \u00fcberforderter) Glasnost verordnen k\u00f6nnte!<\/p>\n<p>Transparenz entsteht einzig und allein dadurch, dass die Menschen auf der untersten Ebene offen zueinander sind, dass sie voreinander nichts zu verbergen haben und dass sie ihre Genossinnen und Genossen, die zeitweilig nicht auf der untersten Ebene sind (weil mensch sie zeitweilig zu Vorsitzenden\/F\u00fchrerInnen machte) zu genau derselben Offenheit zwingen.<\/p>\n<p>An dieser Stelle kommt der &#8222;sicherheitsbewusste&#8220; Einwand: &#8222;Um Gottes Willen! Damit liefern wir doch den Geheimdiensten alles auf dem Pr\u00e4sentierteller!&#8220; Ja, so lebensfremd, geradezu &#8222;entwirklicht von heutiger Zeit&#8220;, denken Apparatschiks.<\/p>\n<p>Einger\u00e4umt sei, dass es zuf\u00e4lliges Internes geben kann, dass es nicht Wert ist, ausposaunt zu werden. Pr\u00e4ziser ist also: Alles WESENTLICHE geh\u00f6rt auf den \u00f6ffentlichen Platz. Und: Was wesentlich ist, bestimmt nicht prim\u00e4r der Informationsgeber, sondern derjenige, der die Information verlangt.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Frage ist, wie Transparenz zweckm\u00e4\u00dfig zu organisieren ist. Hier kommt <strong>transparency<\/strong> ins Spiel. &#8211;\u00a0Diskussion ist erw\u00fcnscht, wie es auch in unserem <a href=\"https:\/\/www.berlin.freidenker.org\/?p=3329\" target=\"_blank\">Offenen Brief <\/a>hei\u00dft: &#8222;Die noch zu wenig bekannten Orientierungen der <a href=\"https:\/\/www.transparency.de\/Initiative-Transparente-Zivilg.1612.0.html\" target=\"_blank\">\u201eInitiative Transparente Zivilgesellschaft\u201c<\/a> betrachten wir dabei als DISKUSSIONSW\u00dcRDIG und hilfreich.&#8220; (Gro\u00dfbuchstaben von mir).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.transparency.org\/\" target=\"_blank\">&#8222;Transparency International e. V.&#8220;<\/a> (TI) ist ein Dachverband vieler nationaler TI-Abteilungen,<a href=\"https:\/\/www.transparency.de\/\" target=\"_blank\"> hier TI deutsch<\/a>. Der Verein wird finanziert durch b\u00fcrgerliche Regierungen und gro\u00dfkapitalistische Unternehmen. TI ist eine Institution, die im modernen Imperialismus existiert und spezifische Funktionen im Klassenkampf erf\u00fcllt, eine, die sicher auch von den Geheimdiensten abgesch\u00f6pft oder sonstwie genutzt wird, kurz, eine moderne internationale Organisation, wie wir sie t\u00e4glich kennen und benutzen &#8211; Google, Facebook, Twitter, Amazon, ebay, Wikipedia, youtube usw. usf.<\/p>\n<p>Ich versteife mich nicht darauf, unbedingt diese zwielichtigen Einrichtungen zu benutzen. Es soll andere geben (die ich aber nicht kenne). Falls wir uns f\u00fcr andere entscheiden, bleibt dennoch das kleine Problem, dass die Masse der Internetnutzer weiterhin gerade diese US-amerikanischen Monsterunternehmen bevorzugt.<\/p>\n<p>Ich versteife mich auch nicht auf die <a href=\"https:\/\/www.transparency.de\/Initiative-Transparente-Zivilg.1612.0.html\" target=\"_blank\">10 Kriterien<\/a>, die in der<strong> &#8222;Initiative Transparente Zivilgesellschaft&#8220;\u00a0(ITZ)<\/strong> formuliert sind. Sicher gibt es Verbesserungsm\u00f6glichkeiten. Zweifellos aber haben die 10 Punkte den Vorzug, dass sie komplett auf vorhandene Informationen der Vereine zur\u00fcckgreifen (z. B. Meldepflichten ans Vereinsregister und an die Finanz\u00e4mter), von den Vereinen also kaum zus\u00e4tzliche Arbeit verlangen.<\/p>\n<p>Und diese Informationen haben durchaus eine erfreuliche Aussagekraft &#8211; freilich nur f\u00fcr die Menschen, die sich die M\u00fche des Lesens machen. So schaue mensch sich z. B. einmal die <a href=\"https:\/\/blog.campact.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/2014_09_19_Satzung.pdf\" target=\"_blank\">Vereinssatzung von &#8222;Campact&#8220;<\/a>\u00a0genau an. (Die Information \u00fcbrigens, dass Campact an der ITZ teilnimmt, ist auf der Webseite schwer zu finden &#8211; und verletzt damit eine der Regeln von ITZ.) Oder mensch schaue auf die<a href=\"https:\/\/www.transparency.de\/fileadmin\/pdfs\/Ueber_TI\/Jahresabschluesse\/Jahresabschluss_2015_TI_Jahresbericht_2015_S_54_55.pdf\" target=\"_blank\"> Finanzen<\/a> und die <a href=\"https:\/\/www.transparency.de\/fileadmin\/pdfs\/Ueber_TI\/Mitgliedsbeitraege_Spenden\/Mitgliedsbeitraege_Spenden_TI_Jahresbericht_2015_S_58_59.pdf\" target=\"_blank\">SpenderInnen<\/a> von Transparency international Deutschland.<\/p>\n<p>Mensch mag sich \u00fcber dieses Ma\u00df an Offenheit wundern. Ich meine, dass wir hier einen neuartigen offensiven Umgang mit Daten erleben, der diesen Organisationen zweifellos NICHT \u00a0schadet. Reichlich Denkfutter!<\/p>\n<p>Erw\u00e4hnt sei noch, dass recht enge <a href=\"https:\/\/correctiv.org\/recherchen\/stories\/2017\/01\/12\/wir-sind-nicht-perfekt\/\" target=\"_blank\">Wechselbeziehungen zwischen TI und CORRECTIV<\/a>\u00a0bestehen. Von <strong>CORRECTIV<\/strong> &#8211; ebenfalls Mitglied bei ITZ &#8211; ist ja gegenw\u00e4rtig im Zusammenhang mit modernen Zensurabsichten (siehe etwa\u00a0<a href=\"https:\/\/deutsch.rt.com\/inland\/45439-recherchezentrum-correktiv-wird-zur-fake-news-polizei-zensur-internet-facebook-soziale-medien\/\" target=\"_blank\">hier<\/a>) viel die Rede. Mensch sollte die <a href=\"https:\/\/correctiv.org\/correctiv\/\" target=\"_blank\">angebotenen Informationen<\/a> zur Kenntnis nehmen. Die Brost-Stiftung \u00fcbrigens, Hauptgeldgeber von CORREKTIV, geh\u00f6rt der ITZ NICHT an. Wie dem auch sei: CORREKTIV hat Substanz, zunehmend Substanz, und wird uns noch viel besch\u00e4ftigen. <a href=\"http:\/\/www.inforadio.de\/programm\/schema\/sendungen\/zwoelfzweiundzwanzig\/201701\/86462.html\" target=\"_blank\">Hier eine sehr qualifizierte Arbeit<\/a> eines Journalisten von CORREKTIV.<\/p>\n<p>K\u00f6nnen wir uns derartige Offenheit leisten? Wird nicht unsere ganze derzeitige\u00a0Schw\u00e4che sichtbar?<\/p>\n<p>Ich greife noch einmal auf Lenin zur\u00fcck. Nach dem oben zitierten Satz, geht es so weiter: <em>&#8222;Wir brauchen uns nicht davor zu f\u00fcrchten, die Wahrheit \u00fcber die Ersch\u00f6pfung zu sagen, denn welcher Staat ist jetzt nicht ersch\u00f6pft, welches Volk spricht nicht offen dar\u00fcber?&#8230;\u00a0 Ist etwa nicht die Ersch\u00f6pfung die Ursache des Aufstands in der deutschen Flotte, den der Henker Wilhelm und seine Handlanger so schonungslos unterdr\u00fcckt haben? Wenn solche Erscheinungen in einem so disziplinierten Land wie Deutschland m\u00f6glich sind; wo man von der Ersch\u00f6pfung, von der Beendigung des Krieges zu reden anf\u00e4ngt, so brauchen wir keine Scheu davor zu haben, ebenfalls offen davon zu sprechen, denn das ist die Wahrheit,&#8230;&#8220;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der folgende Beitrag erschien zuerst auf opablog. Er geh\u00f6rt aber sehr wohl auch hierher, denn er f\u00fchrt einen wichtigen Gedanken aus unserem Offenen \u00a0Brief fort. Transparenz und transparency sind zwei Paar Schuhe. Transparenz brauchen wir, wie die Luft zum atmen. Wir wollen von unserer Sache \u00fcberzeugen? Also m\u00fcssen die Menschen unsere Sache rundherum be\u00e4ugen d\u00fcrfen. 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