{"id":6213,"date":"2021-08-18T14:00:00","date_gmt":"2021-08-18T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.berlin.freidenker.org\/?p=6213"},"modified":"2021-11-03T14:24:12","modified_gmt":"2021-11-03T12:24:12","slug":"hebt-den-gesenkten-kopf-wieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.berlin.freidenker.org\/?p=6213","title":{"rendered":"&#8222;Hebt den gesenkten Kopf wieder!&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"western\">Freidenker-Gru\u00dfwort zum Drushba!-Fest<\/h1>\n<p><i>Zum Drushba!-Fest hatte die DKP Brandenburg am 14. 08. 2021 nach Strausberg eingeladen. Wir dokumentieren die f\u00fcr den Freidenker-Verband gehaltene Gru\u00df-Rede von Klaus Linder.<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Genossen, liebe Freunde,<\/p>\n<p>Zu dieser\u00a0 Bundestagswahl unter Ausnahmezustand\u00a0 hat immerhin die DKP die K-Frage positiv beantwortet: N\u00e4mlich, ob auf dem Wahlzettel die\u00a0 Partei stehen darf, die das \u201eK\u201c im Namen hat.<\/p>\n<p>Sie darf es und sie wird es. Herzliche Gratulation dazu auch vom Deutschen Freidenker-Verband!<\/p>\n<p>Der Abwehrkampf um Euren Parteistatus ist Teil des Kampfes um die demokratischen Rechte. Ein wichtiger Teil dieses Kampfes, von dem wir aber die anderen Teile nicht weglassen k\u00f6nnen als gingen sie nur die jeweils Betroffenen etwas an.<\/p>\n<p>Es m\u00fcssen, das hat auch der Angriff gegen die DKP gezeigt, \u00fcbergreifende Losungen der K\u00e4mpfe um demokratische Rechte gefunden werden.<\/p>\n<p>Ist eine Demokratiebewegung in Deutschland m\u00f6glich? Auf jeden Fall ist sie zwischen Corona- und Klimanotstands-Regime dringend erforderlich, ob die Losungen vordergr\u00fcndiger Akteure uns akzeptabel erscheinen oder nicht. Offenbar beinhaltet die Frage, da sie auf Volkssouver\u00e4nit\u00e4t und verfassunggebende Versammlung zielt, die L\u00f6sung der nationalen Fragen im Fortgang unserer Klassenk\u00e4mpfe. Sie ist von der Friedensfrage nicht zu trennen.<\/p>\n<p>Dieses Fest der DKP ist ein Friedensfest. Die hier vertretenen Friedenslosungen vertreten wir gemeinsam: H\u00e4nde weg von Russland und China. Frieden mit Russland und China. Zusammenarbeit mit Russland und China \u2013 einschlie\u00dflich Nordstream 2 und Neuer Seidenstra\u00dfe. Wenn wir aber sagen: Kooperation <em>mit<\/em> Russland und China, dann fordert proletarischer Internationalismus von uns auch, die wachsende Kooperation <em>zwischen<\/em> Russland und China zu unterst\u00fctzen und allen gemeinsam entgegenzutreten, die hier im Hinterland einen Keil zwischen diese L\u00e4nder treiben wollen. <em>F\u00fcr<\/em> Russenfreundschaft aber <em>gegen<\/em> den angeblichen chinesischen Totalitarismus agitieren? Nein, liebe Freunde, das w\u00e4re Diversion der Friedenskr\u00e4fte. <em>F\u00fcr<\/em> den Sozialismus chinesischer Pr\u00e4gung aber <em>gegen<\/em> den angeblichen russischen Gro\u00dfmacht-Imperialismus agitieren? Nein, liebe Genossen, das w\u00e4re Diversion der Friedenskr\u00e4fte. Also: Frieden und Zusammenarbeit mit Russland <em>und<\/em> China: Das, und nur das, ist Friedensbewegung.<!--more--><\/p>\n<p>Eine weitere gemeinsame Forderung ist \u201eAbr\u00fcsten statt Aufr\u00fcsten\u201c. Wir sind gemeinhin erfreut, wenn auch Gewerkschaftsf\u00fchrungen sich diese Losung zu eigen machen und unterst\u00fctzen das. Jedoch:\u00a0 Die Werkt\u00e4tigen erleben eine massive Offensive der Auspl\u00fcnderung, der sozialreaktion\u00e4ren Umverteilung und Enteignung, beispielsweise durch die sogenannten \u201eCO2-Abgaben\u201c die seit 2019 medienwirksam\u00a0 \u201eherbeigeh\u00fcpft\u201c wurden. Diese fiktiven Ablass-Zahlungen sind eines der perfidesten Mittel, die Kriegskassen aufzuf\u00fcllen. Ja, viele, die \u201eAbr\u00fcsten\u201c fordern, schreiben den Werkt\u00e4tigen zugleich die nebul\u00f6se \u201esozial-\u00f6kologische Transformation\u201c ins Pflichtenheft und bedienen sich dabei derselben Tarnsprache wie die Monopolbourgeoisie zur Abw\u00e4lzung der Krisenlasten und zur Produktivkraftvernichtung. Kann irgendein Lohnabh\u00e4ngiger mit und ohne Arbeit noch glauben, dass die blo\u00dfe Forderung nach Abr\u00fcsten, selbst wenn gewisse Einschr\u00e4nkungen durchgesetzt w\u00fcrden, zu einer R\u00fcckverteilung von Volksverm\u00f6gen zugunsten der arbeitenden Bev\u00f6lkerung f\u00fchrt? Kann jemand noch glauben, dass die befohlene Spaltung Geimpfter und Ungeimpfter und das Bezahlenm\u00fcssen der Pflichttests etwas anderes sind, als ein neues Puzzleteil der Generaloffensive gegen die Arbeiterklasse? Ich denke: Nein, das kann niemand mehr glauben, der in dieser Gesellschaft ums \u00f6konomische \u00dcberleben k\u00e4mpft. Niemand glaubt deshalb mehr, dass unter diesem Regime der Nichtkauf einer Drohne wirklich noch den Bau einer kommunalen Klinik oder Schule nach sich ziehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnen auch viele Friedensaktivisten nicht mehr glauben. Sie wissen, dass jede Perspektive auf\u00a0 Abr\u00fcstung und Senkung der Milit\u00e4rausgaben an ein unhintergehbares Kettenglied\u00a0 gebunden ist. Dieses Kettenglied hei\u00dft: Deutschland muss raus aus der NATO und die NATO muss raus aus Deutschland. Und es ist notwendig damit gefordert, der deutschen Finanzoligarchie das Unterwerfungsinstrument EU aus den H\u00e4nden zu schlagen. Die blo\u00dfe Forderung nach Abr\u00fcsten und Umverteilen bleibt in idealistischer Isolation und kann die Massen noch nicht mobilisieren, obwohl sie ihre Interessen trifft.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte betonen: Die Friedenslosungen \u201eRaus aus der NATO\u201c,\u00a0 \u201eNein zur EU\u201c und \u201eKein Aufmarschgebiet gegen Russland\u201c sind auch Kernforderungen f\u00fcr jeden antifaschistischen Kampf heute. Denn der Faschismus, in dessen weit vorger\u00fcckter Vorbereitungsetappe wir jetzt Widerstand zu leisten haben, ist NATO-Faschismus. Um es genauer zu sagen: NATO-Faschismus unter gr\u00fcnen Losungen \u2013 egal, ob die Demagogie nun \u201eGrenzen des Wachstums\u201c, \u201eKlimagerechtigkeit\u201c, \u201eGreen New Deal\u201c oder \u201eGreat Reset\u201c getauft wird.<\/p>\n<p>Was hingegen mit Antifaschismus nicht mehr verwechselt werden sollte, da es den Zweck der Ablenkung und der Verfehlung des Gegners erf\u00fcllt, sind Aufrufe, sich medialen Pappkameraden wie sogenannten \u201eCoronaleugnern\u201c, sogenannten \u201erechten Verschw\u00f6rungsideologen\u201c auf der Stra\u00dfe entgegenzustellen und sich unter dieser Karikatur als Antifaschist vorzukommen. Als Freidenker bin ich der Meinung: Auf der proletarischen Seite der Barrikade, wo alles auf das Erkennen der Trieb- und Klassenkr\u00e4fte der Kriegsvorbereitung und Faschisierung ankommt, braucht niemand eine imperialistisch verballhornte Staats-\u201cAntifa\u201c von Gnaden Steinmeiers, Merkels, Neubauers und Baerbocks mitsamt rot-rot-gr\u00fcnem Anhang. Auch dann nicht, wenn der anachronistische Zug sich \u201eUnteilbar\u201c nennt.<\/p>\n<p>Liebe Freunde, wenn die DKP \u201eDrushba!\u201c ruft, dann wird dieses Wort hier, auf dem Territorium der Deutschen Demokratischen Republik, verstanden. Denn die gr\u00f6\u00dfte Friedensbewegung, die es auf deutschem Boden bisher gab, ist die DDR. Ich f\u00fcge hinzu: Die DDR, einschlie\u00dflich ihrer Verfassung von 1968, war auch die gr\u00f6\u00dfte Demokratiebewegung auf deutschem Boden. Die ihrem Wesen nach antiimperialistische DDR war bis zum Ende von Geist und Inhalt des Potsdamer Abkommens erf\u00fcllt. Auch heute wird jedes Vorw\u00e4rtsk\u00e4mpfen f\u00fcr Demokratie und Frieden der deutschen Nation die Inhalte des Potsdamer Abkommens wieder auf den Tisch legen m\u00fcssen. Darum ist es nicht Festklammern an Vergangenem, wenn ich sage: eine Grundrechte- und Demokratiebewegung, die, wie letztes Jahr in Berlin geschehen, unter der Parole \u201eFriedliche Revolution 1989 vollenden\u201c auftritt, hat ihre historische Perspektive f\u00fcr dieses Land vollkommen verfehlt und wird nicht anschlussf\u00e4hig sein. Das spricht nicht gegen den Demokratiekampf unter dem Ausnahmezustand! Aber es spricht gegen die Influencer, die ihn mit solchen reaktion\u00e4ren Losungen in die falsche Richtung lenken. Zu diesen geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch jede Variante von\u00a0 \u201eTotalitarismustheorie\u201c.<\/p>\n<p>Zum Abschluss ein Zitat unseres vor kurzem verstorbenen Genossen\u00a0 Andr\u00e9 M\u00fcller sen. Dieser schrieb zu jenem verh\u00e4ngnisvollen 3. Oktober 1990 in der UZ der DKP einen Artikel mit dem Titel: \u201eDie DDR ist unsterblich!\u201c. Damit stand er zu diesem Zeitpunkt allerdings allein auf weiter Flur. M\u00fcller endete mit den Worten:<\/p>\n<p>\u201eEine Deutsche Demokratische Republik wird wiederkommen. \u2026 Schaut euch selber um. Hebt den gesenkten Kopf wieder! Seht, wie das Kapital sich auff\u00fchrt, jeder R\u00fccksichtnahme ledig, wie ihre gepriesene Demokratie aussieht. \u2026 Nein, die Idee der DDR wird sich nicht begraben lassen, und wenn ich auch nicht wei\u00df, wie alles weitergehen wird, \u2026 so wei\u00df ich doch, da\u00df es an diesem 3. Oktober 1990 keinen Grund f\u00fcr uns alle gibt, sich nicht wieder aufzurichten.\u201c<\/p>\n<p>In diesem Sinne, liebe Genossen, hier auf dem Territorium der unsterblichen Republik als Gru\u00df der Freidenker an die DKP,\u00a0 sich aufrichtend:<\/p>\n<p>Hoch die internationale Solidarit\u00e4t!<\/p>\n<p align=\"RIGHT\"><em>Klaus Linder ist Vorsitzender des Landesverbandes Berlin des Deutschen Freidenker-Verbandes<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freidenker-Gru\u00dfwort zum Drushba!-Fest Zum Drushba!-Fest hatte die DKP Brandenburg am 14. 08. 2021 nach Strausberg eingeladen. 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