Landesverband Berlin im
Deutschen Freidenker-Verband e.V.

KIEZTREFF Wedding – Dienstag, 11. August 18:00 Uhr – Lesung: „Die Deutschen“ von Domenico Losurdo

Donnerstag, 30. Juli 2026 von Webredaktion

Am Dienstag, 11. August lesen wir um 18 Uhr im Kieztreff Wedding (Stralsunder Str. 6) weitere Auszüge aus:Domenico Losurdo Buch Die Deutschen Cover

„Die Deutschen“, Kai Homilius Verlag, Berlin 2010; dieses Buch ist gleichsam das einzige, das der Philosoph Domenico Losurdo gezielt in deutscher Sprache veröffentlichte, da es sich explizit an das deutsche Volk im Sinne der Überwindung des US-Vasallenstatus richtet, welcher Mitte der 1920er Jahre mitten im ersten kalten Krieg begonnen hatte. Genau wie Dr. Annie-Lacroix-Riz so konzeptualisierte auch der italienische Gelehrte auf sehr klare und lehrreiche Weise einhundertjährige, historische Kontinuitäten unter dem Leninschen Überbegriff Imperialismus.

Schon in seinem Werk „Der Marxismus Antonio Gramscis – von der Utopie zum kritischen Kommunismus“ aus dem Jahr 2000 fokussierte Losurdo auf die einzelnen Etappen des globalen Emanzipationsprozesses und warnte vor einer „Religion der Flucht“: Anspielung auf linken Utopismus, der sich Ende des 20. Jahrhunderts zur „imperialen Linken“ mauserte, wo es ein identitäres „Paradies der Gläubigen“ (beispielsweise die bellizistisch-spätmoderne Ideologie der Grünen) gebe, wobei konkrete Klassenkämpfe ausgeblendet seien. Losurdo ging es in seinem Gesamtwerk um eine zeitgemäße Revolutionstheorie sowie um die Theorie des Kritischen Kommunismus. Die oberflächliche bis nihilistische Haltung Rosa Luxemburgs zur Nation stufte die nationale Identität zu einem bloß nebensächlichen Vorurteil herab, das quasi vor der überragenden, raumgreifenden Klassenidentität verschwinden sollte: Luxemburg plädierte für die Auflösung der polnischen Nation in eine proletarische, russische Nationalität. Auch im heutigen Deutschland erkennt man seit Jahrzehnten eine Vernachlässigung der nationalen Frage, überschrieben von der imperialen EU-Supranationalitätsdoktrin, welche eine einseitige Westbindung zementierte.

Herzliche Grüße

Euer Landesvorstand Freidenker Berlin

Stephan hat zu dem Thema einen Text verfasst, der unter dem folgenden link abrufbar ist (PDF):

2026-07_StephHaube-zu-DieDeutschen

„No Border – No Nation?“

Samstag, 20. Februar 2016 von Webredaktion

Der Freidenker Andreas Wehr schreibt in seinem Februar-Newsletter:

„Liebe Leserin, lieber Leser,

die deutschen Linken haben ein gestörtes Verhältnis zu Begriffen wie Nation und Volk. Dies zeigt sich gegenwärtig in ihren Antworten auf die Flüchtlingskrise. Die Begriffe waren aber nicht nur in der DDR allgegenwärtig (als Beispiele dafür seien hier genannt: Volkskammer, Nationale Front, Volkspolizei und Nationale Volksarmee), auch in der frühen Bundesrepublik bekannten sich sowohl SPD als auch KPD selbstbewusst zu ihnen. Heute aber vermeidet man sie ängstlich und überlässt sie damit den Rechten.“

Unter der Überschrift „No Border – No Nation? Die Linken und die Nation“ hat Andreas Wehr kürzlich im Marx-Engels-Zentrum Berlin ein Referat zu dieser Thematik gehalten. Er plädiert dafür, den positiven Inhalt des Begriffs „Nation“ zu bewahren. Seine Argumentation macht begreiflich, dass der nationale Nihilismus dem Hitlerfaschismus zugehörte und dem neuen Faschismus des 21. Jahrhunderts den Weg ebnet.

Der gut lesbare Beitrag, der um Streitfragen keinen Bogen macht, ist hier zu finden.

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