Liebe Freunde,
1. kommenden Samstag treffen wir uns um 10 Uhr zur traditionellen Kranzniederlage anlässlich des Jahrestages der Befreiung
am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park bei der „Mutter Heimat“.
Herzlichen Dank an dieser Stelle an unser Vorstandsmitglied Stephan Haube, der für den FD-Kranz ein antifaschistisches Brecht-Zitat passend zur politischen Aktualität auswählte.
2. Kommenden Dienstag, 12. Mai lesen wir um 18 Uhr im Kieztreff Wedding (Stralsunder Str. 6, U 8 Bernauer Str.) Auszüge aus
„Die Deutschen„, Kai Homilius Verlag, Berlin 2010 mit einem Vorwort von Andreas Wehr (MEZ).
Dieses Buch (ausreichend Exemplare vorhanden) schrieb der Philosoph Domenico Losurdo auf Deutsch; es ist gleichsam das einzige, das er gezielt in deutscher Sprache verfasste, da es sich an das deutsche Volk richtet.
Ein von unten aus der Bevölkerung entstehendes Nationalgefühl könnte gegenwärtige Gesellschaftsprobleme wie die Erosion der nationalen Souveränität lösen, indem es einen deliberativen, also direkt-bewussten Zugang zu demokratischen Entscheidungsfindungsprozessen ermöglicht.
Herzliche Grüße
Euer Landesvorstand Freidenker
Weiterführende Informationen:
Andreas Wehr, Marx-Engels-Zentrum:
Zu Recht kann Domenico Losurdo als einer der wichtigsten marxistischen Denker der Gegenwart angesehen werden. Er war aber zugleich auch einer der produktivsten. Seine Bibliografie umfasst für die Jahre von 1983 bis 2021 nicht weniger als 32 Bücher. Nahezu alle wurden ins Deutsche übersetzt. Hinzu kamen mehr als 200 Essays und Artikel. Darüber hinaus hat er für 31 Bücher anderer Autoren Beiträge verfasst.
Losurdo gehört zu den wenigen Historikern und Philosophen dessen Werke in den verschiedensten Sprachen veröffentlicht werden. Allein sein Buch „Freiheit als Privileg“ wurde in 14 Sprachen übersetzt, auch in das Japanische und Chinesische. Sein Wirken beschränkte sich keineswegs nur auf Europa, so gilt er heute in Südamerika als der mit Abstand wichtigste marxistische Theoretiker der Gegenwart. In Brasilien erscheinen seine Bücher immer wieder in neuen, hohen Auflagen. Zu seinen Lesungen kamen dort regelmäßig Hunderte. Als langjähriger Präsident der „Gesellschaft Hegel – Marx, für dialektisches Denken“ unterhielt er weltweit fachliche und oft auch enge persönliche Verbindungen zu den marxistischen Philosophen und Historikern seiner Zeit. Zugute kam ihm dabei seine Fähigkeit auch auf Deutsch, Französisch und Englisch referieren zu können. Er war einer der heute ausgesprochen rar gewordenen kosmopolitischen Denker.
weiterlesen…:
https://www.andreas-wehr.eu/artikel-reader/der-marxismus-domenico-losurdos-ueber-den-zusammenhang-seines-denkens.html
https://mez-berlin.de/positionen-detailansicht/ein-deutscher-sonderweg.html
Domenico Losurdo (1941– 2018)
Mit großer Traurigkeit haben wir vom Tod des 76-jährigen Domenico Losurdo erfahren. Mit ihm hat das InkriT und haben seine Projekte, insbesondere das Historisch-kritische Wörterbuch des Marxismus, den vielleicht bedeutendsten Theoretiker und Historiker marxistisch-leninistischer Provenienz verloren.
Gründungs- und Kuratoriumsmitglied des InkriT, fungierte er ab Band 3 des Wörterbuchs als Mitglied von dessen internationalem Beirat und steuerte den Artikel »Fundamentalismus« (Bd. 4) bei. Sein zweibändiges Werk Nietzsche, der aristokratische Rebell erschien in der vom InkriT herausgegebenen Reihe der Berliner Beiträge zur kritischen Theorie (2009).
Im Gegensatz zu einer tonangebend gewordenen »Hermeneutik der Unschuld«, die auch Nietzsches brutalste Stellungnahmen von der Unterstützung der Sklaverei bis zur Vernichtung der Schwachen nur als tiefsinnige Metapher verstehen wollte, verhalf Losurdo in diesem seinem Magnum Opus dem historisch-kritischen Herangehen wieder zu seinem Recht, indem er den philosophen im ideologischen Geflecht des späten 19. Jahrhunderts detailliert als radikalen Vertreter einer europäisch-westlichen Bewegung zur Abwehr und Überwindung der Französischen Revolution und des von ihr eingeleiteten Revolutionszyklus rekonstruierte. Der Zusammenstoß mit demokratischen Bewegungen erzeugte eine »Erbarmungslosigkeit der Elite« (Losurdo), der Nietzsche mit seiner Polemik gegen Mitleid und Nachgiebigkeit gegenüber den Subalternen ideologischen Ausdruck verlieh. Im Unterschied zu den Antisemiten seiner Zeit, die Nietzsche als »Plebejer« verachtete, entwickelte er einen »transversalen« Rassismus, der sich auf den Sozialantagonismus zwischen ›Vornehmen‹ und ›Plebejern‹ bezog und die subalternen Klassen unmittelbar in ›Rassen‹ verwandelte.
weiterlesen: https://www.inkrit.de/mediadaten/pdf/DA328_nachruf_losurdo.pdf
(…)
Der Vorsitzende des italienischen Vereins `Vaterland und Verfassung´, Stefano Fassina, referiert beim nächsten Treffen der Berliner Freidenker im Sprechsaal über
`Die patriotische Linke für den Frieden – Demokratie und Arbeit in einem Europa der Zusammenarbeit zwischen Nationen´
Universitäts-Abschluß in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Bocconi in Mailand.
Von 2000 bis 2005 Tätigkeit beim Internationalem Währungsfonds (IWF).
Im nationalen Sekretariat der Demokratischen Partei Italiens (PD) war er von 2010 bis 2013 für Wirtschaft und Arbeit zuständig.
Mitglied der Abgeordnetenkammer Italiens in der 17. und 18. Legislaturperiode von 2013 bis 2022. Stellvertretender Minister für Wirtschaft und Finanzen im Kabinett Letta.
2015 verließ er die PD wegen Abweichungen mit dem damaligen Nationalsekretär Matteo Renzi bezüglich der Reformen des Arbeits- (“Jobs Act”) und Schulsystems.
Er hat 2018 den Verein “Patria e Costituzione” (Vaterland und Verfassung) mitgegründet, dessen Vorsitzender er ist und mit dem er unter anderem in Zusammenarbeit mit der Fünf-Sterne-Bewegung (Movimento 5 Stelle) politische Bildungsaktivitäten fördert.
Aktuell forscht er in der Wirtschaftsgeschichte an der Universität “Tor Vergata” in Rom.
Unter seinen Veröffentlichungen:
Il lavoro prima di tutto (“Die Arbeit steht an erster Stelle”, Verlag Donzelli, 2011); Il mestiere della Sinistra nel ritorno della Politica, Nachwort von Mario Tronti (“Die Aufgabe der Linken bei der Rückkehr der Politik”, Castelvecchi, 2022); L’autonomia differenziata fa male anche al Nord (“Die differenzierte Autonomie schadet auch dem Norden”, Vorwort von Pier Luigi Bersani, Castelvecchi, 2024).
Liebe Freunde,
Marxisten arbeiteten während des ersten imperialistischen Weltkonflikts heraus, wie die Bourgeoisie ihre Kriegsziele mit chauvinistischer Phrase schönfärbte: die imaginierte, durch immer neue, koloniale Eroberungszüge vergrößerte Nation diente diskursiv dem „militärischen Geist“ zur „Heiligsprechung des Offiziersrocks„, indem propagandistisch das „Gefühls- und Fantasieleben exaltiert“ wurde (Zitat K. Liebknecht).
Wie sieht das Potenzial für Frieden durch wahre Volkssouveränität vs. fremdbestimmte EU im komplexen Spannungsfeld von nationaler Frage und Klassenbewusstein gegenwärtig in Italien und Deutschland aus?
Deutsche ehemalige Minister haben zuletzt durch pompös-reaktionäre Auftritte geglänzt wie etwa Annalena Baerbock, die bei einem Gipfeltreffen à la Marie Antoinette verlautbarte, dass Brasilien der „Preis für Reis und Bohnen“ wichtiger sei als Ukraine-Aufrüstung.
Der frühere italienische Minister Fassina hingegen steht mit beiden Beinen fest auf eurasischem Boden und durchschaut die organischen wie kulturellen Zusammenhänge von Mensch, Nation, Natur und Arbeit im politischen, spätmodernen Gemeinwesen, dessen staatliche wie ökonomische Architektur unter Einwirkung der Überakkumulationskrise ins Wanken zu geraten scheint.
Im Strudel des derzeitigen universal-kapitalistischen Kataklysmus beschleunigt die westliche Projizierung des kollektiven Schattens sich erneut gegen Feindbilder vermeintlich unzivilisierter Völker des Ostens: Am 3. Dezember 2025 strich Kiew die russische Sprache aus der für das ukrainische Territorium anzuwendenden Liste der Europäischen Charta geschützter Regional- und Minderheitensprachen!
Diego Guardiani, Mitglied des Vorstands der Berliner Freidenker, überträgt das Referat konsekutiv ins Deutsche und übersetzt Fragen ins Italienische. Diskussion im Anschluss an das Referat: in Deutsch, Italienisch und ggf. Englisch. Eintritt frei, Spende gern gesehen.
Wir freuen uns auf eine kontroverse Diskussion,
herzliche Grüße
Euer Landesvorstand Freidenker Berlin
ANREISE( zur Vergrößerung auf das Bild klicken):
Mit der S-Bahn bis Friedrichstraße, Hinterausgang, über die Albrechtstraße vorbei an der „Ständigen Vertretung“ am Schiffbauer Damm ca. 150 m, dann links in die Marienstraße…
Liebe Freunde,
Volkswirt Cornelius Renkl referiert am 8.10.24 um 18 Uhr im Kieztreff Wedding (Stralsunder Straße 6, 13355 Berlin) zu
2024: 75 Jahre Volksrepublik China
Dr. Cornelius Renkl studierte Volkswirtschaftslehre, Geschichtswissenschaften und Philosophie in Mannheim, Regensburg und Cambridge/UK. Er war über 20 Jahre als Professor für Wirtschaftsinformatik an einer privaten Hochschule tätig. Dort war er Mitgründer eines Betriebsrats und 14 Jahre lang dessen Vorsitzender. Organisiert ist Herr Cornelius Renkl u.a. im Deutsch-Chinesischen Freundschaftsverein Ludwigsfelde, in der Freundschaftsgesellschaft Vietnam, in der VVN und bei Verdi. Außerdem ist er Mitglied im Council der World Association for Political Economy. Cornelius Renkl publiziert in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften unter anderem im World Marxist Review.
In seinem Vortrag wird er über Erreichtes in den 75 Jahren der Volksrepublik berichten und auf Unterschiede zu und Gemeinsamkeiten mit Deutschland eingehen.
Am 1. Oktober 1949 rief Mao die Volksrepublik China aus. Nach der Isolierung während der 1950er/60er Jahren brach Anfang der 1970er Jahre mit der Aufnahme in die Vereinten Nationen eine Periode der internationalen Anerkennung Beijings an, gefolgt von einem in der Menschheitsgeschichte wohl einzigartigen rasanten Aufstieg des Reichs der Mitte in seiner Form der sozialistischen Marktwirtschaft.
Dieses Jahr betrachten erstmals 60% der südostasiatischen Staaten China (und nicht mehr die USA) als wirtschaftlich und politisch einflussreichstes Land in der Region wie eine Umfrage des ASEAN Studies Center des Yusof Ishak Institute jüngst belegte.
Die Kräfteverhältnisse beginnen auch in Eurasia und Teilen Europas dank der Neuen Seidenstraße seit 2013 sich zu wandeln ungeachtet des sich intensivierenden Informationskriegs des NATO-Blocks.
Wir freuen uns auf die Diskussion.
Mit freidenkerischen Grüßen
Euer Landesvorstand Berlin

Prof. Dr. Annie Lacroix-Riz im Sprechsaal 17. Mai 2024 mit dem Vorsitzenden (LV Berlin) Tobias Baumann, der die laufende Übersetzung vom Französischen ins Deutsche übernahm und durch die Veranstaltung leitete.
Liebe Freunde,
Die Botschaft der Republik Nicaragua in Deutschland hat die Ehre, Sie einzuladen, mit uns den 44. Jahrestag der sandinistischen Volksrevolution vom 19. Juli 1979 zu feiern.
Wann: Mittwoch, den 19. Juli 2023
Wo: Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin
Zeit: 15:00-17:00 Uhr
Wir wären Ihnen recht dankbar und würden uns freuen,
wenn Sie Ihre Teilnahme auf diese Weise bestätigen könnten, bis den 12. Juli: E-Mail: embajada.berlin@embanic.de
💥Quelle: Botschaft Nicaraguas
💥Unser Telegram-Kanal: FDBerlin