Landesverband Berlin im
Deutschen Freidenker-Verband e.V.

North Stream – Die Sprengung – Eine Rezension des Dokumentarfilms

Freitag, 14. August 2026 von Webredaktion

I. Von Stephan Haube, 6. August 2026

In der sehr gelungenen Doku des „Hintergrund“ kommen quasi genau die amerikanischen Hardliner zu Wort, wie z.B. George Friedman von Stratfor oder Victoria Nuland, die aus ihrer Verachtung der EU und Deutschlands kein Geheimnis machen. Eklige Marionetten des US-Imperialismus sind aber auch sämtliche Bundeskanzler, mit Ausnahme Schröder vielleicht, der Nord Stream 2 in Deutschland auf die Erfolgsspur half.

Es wird einem nochmal exemplarisch vor Augen geführt, dass das billige russische Gas sämtlichen europäischen Volkswirtschaften großen Vorteil verschafft hatte. Nur Antikommunisten und Gegner eines freien Europa können das teure und Umwelt schädliche Fracking-Gas der USA favorisieren.

Interessant und erfreulich auch, dass der „Hintergrund“ offensichtlich aus seiner finanziellen Talfahrt heraus gekommen ist. Ein Abo dieser Zeitschrift lohnt sich in jedem Fall.

II. Von Tobias Baumann / Landesverband Berlin, überarb. Fass. 8. August 2026 
Besprechung der neuen Dokumentation über die Zerstörung Nord Streams
‚Nord Stream – Die Sprengung‘


Als Pluspunkte sind die große Detailfülle (etwa eindrucksvolle Archivbilder von Nulands Treffen mit Großindustriellen von Chevron und die berühmte Aussage von Condoleezza Rice über die Notwendigkeit, mehr Frackinggas nach Europa zu exportieren von 2014) und die hervorragende Auswahl der Interviewpartner zu nennen: ein ehem. CIA-Analyst, ein sehr gut unterrichteter schwedischer Ingenieur, ein renommierter bayerischer Propagandaforscher und Dr. Werner Rügemer, General Kujat, der BPK-Journalist Florian Warweg (Nachdenkseiten, Ostdeutsche Allgemeine) sowie der bekannte Geopolitik- und Wirtschafts-Analyst Demostenes Floros.
Weiterer Vorteil des Dokufilms ist, dass die Propagandamethoden ausführlich erklärt werden (covert story, covert operation etc.) und der Mechanismus der NATO-Kriegsdynamik sehr plastisch wird – auch mit Hinweisen auf einen drohenden, weiteren imperialistischen Weltkonflikt gegen Moskau Ende dieses Jahrzehnts.

Es gilt jedoch bei dieser sehenswerten Dokumentation hinzuweisen auf einen Fehler in einem der präsentierten Interviews: Der Professor aus Cambridge, der die Quelle von Seymour Hersh verifizierte, behauptet in einem gezeigten Interview, dass die Zerstörung der drei Stränge der Pipeline die Industrie „Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens“ geschwächt hätte.
In Wahrheit waren allerdings insbesondere an Nord Stream 2 Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Italien und Österreich direkt beteiligt.
Dies ist umso relevanter, als bekanntlich das Vereinigte Königreich im Unterschied zu Kontinentaleuropa, vor allem zu Deutschland/Holland/Österreich/Norditalien, schon vor 2022 weitgehend deindustrialisiert war. Die City of London und ihre Regierung ist bekanntlich überdies eine der Haupttriebfedern des antieurasiachen Gefüges.

Überdies ist die präsentierte Stratfor-Analogie zum Ersten Weltkrieg irreführend; stattdessen besteht vielmehr eine relative Kontinuität seit der Ermordung des Außenministers Walther Rathenau im Juni 1922, woraufhin die atlantische Relegierung des Geistes von Rapallo mit voller Macht einsetzte sowie die nachfolgende, einhundertjährige deutsch-nordamerikanische Annäherung, die massive Investition von US-Kapital in Deutschland und die daraus folgende, zunehmend einseitige Westbindung (West-)Deutschlands.
Seit den 1920er Jahren ist Deutschland schließlich Hauptspringer auf dem Schachbrett des US-Imperialismus in Europa wider Eurasia und gegen nationale sowie Volkssouveränität.
Die wichtige Kontinuitätslinie, die in puncto (west)deutsch-russische Energiepartnerschaft von Walther Rathenau (Vertrag von Rapallo 1922) über Willy Brandt und dessen Ostpolitik (Export rheinland-westfälischer Erdgasrohre in die UdSSR etc.) über Schmidt bis Schröder und Merkel ist in der Dokumentation nur auszugsweise angedeutet. Die Zwischenkriegszeit ist in Gänze ausgeblendet, die Pionierrolle des ehem. Spanienkämpfers Willy Brandt hinsichtlich der russisch-westdeutschen Energiekooperation im Geiste Rapallos wird nicht aufgezeigt. Dafür erscheint Schmidt, der in Wahrheit in Brandts Fußstapfen trat und die Energiepartnerschaft auf den Ölbereich ausdehnte, breit dargestellt als Opfer der US-Einflusspolitik Anfang der 1980er Jahre. Auch Schröder und Merkel werden anerkennend in dieser souveränen Tradition der eurasischen Energiepolitik erwähnt, nicht jedoch deren Ursprung: der Vertrag, den Bonn und Moskau im April 1922 in Rapallo besiegelten und worin sogar geregelt war, dass das sowjetische Erdöl mit der Hilfe deutscher Raffinerietechnologie verarbeitet werden sollte – zu einer Zeit, als Öl noch gar nicht der Hauptenergieträger war (bis in die 1950er Jahre galt Kohle als wichtigster Energieträger).
Zusätzlich zur Bagdad-Bahn, die in der Doku großen Raum einnimmt, hätte also diese Kontinuitätslinie (1922-2022) hervorgehoben werden können – oder an ihrer statt.
./.

Interview mit Prof. Dr. Annie Lacroix-Riz bei Oval Media: „Diktatur der Banque de France“

Mittwoch, 23. April 2025 von Webredaktion

*

Das folgende Interview mit Prof. Dr. Annie Lacroix-Riz, worin sie die „Diktatur der Banque de France“ und damit des Großkapitals in Frankreich erwähnt, ist im April 2025 veröffentlicht worden. Dies ist das Ergebnis einer Veranstaltung der Berliner Freidenker im Sprechsaal Berlin 2024, wo der Journalist von Ovalmedia die Geschichtswissenschaftlerin kennenlernte.
Auch der renommierte Pariser Anthropologe und Demograph Emmanuel Todd zeigte auf, dass die „liberalen Oligarchien“ den Kern der Demokratie, nämlich die Volkssouveränität, zunehmend mit bellizistisch-militaristischer strategischer Kommunikation überschreiben.
Kurz: Die Demokratie wird entkernt und zugleich wandelt sich der Liberalismus, da die herrschende Klasse zunehmend auf ultrarechte Herrschaftsstrukturen setzt, um ihre materielle Macht auch unter verschärfter Krisenlage zu sichern.
Die Fassadendemokratie unserer „liberalen Oligarchien“ (E. Todd) steht in engem Zusammenhang mit der gegenwärtigen imperialen Dynamik und so auch mit der dringenden Suche nach einer radikaldemokratischen Lösung des Gesamtproblems, welches schlimmstenfalls die europäische Zivilisation einem Nuklear-Selbstmord im Interesse der Herrschaftsabsicherung des angloamerikanischen Weltmachtanspruchs zuführen könnte.
Daher die Schlussfolgerung: Eurasia statt EU und interkulturell-friedvolle Volksherrschaft statt faschistoide Militarisierung!
Hintergrund dieses Interviews:

In diesem dreißigminütigen Interview beleuchtet die für ihre
Kollaborationsforschungen international bekannte Geschichtswissenschaftlerin aus Paris
Themen wie etwa die  mangelhafte Wissenschaftsfreiheit in der euro-nordamerkanischen
Spätmoderne (seit den 1980er und insbesondere 1990er Jahren, parallel zur Deregulierung
des spekulativen Finanzkapitals in der EU) sowie die frappierende Kontinuität der
Diktatur der Banque de France„,  welche aus privaten Großbanken besteht.

Hier gehts zum Interview bei OVAL MEDIA:

https://www.oval.media/prof-annie-lacroix-riz-narrative-198-by-robert-cibis/

Prof. Dr. Annie Lacroix-Riz aus Paris bei den Freidenkern am 17. Mai 2024 im Sprechsaal

Samstag, 18. Mai 2024 von Webredaktion

Hier ein paar wenige Bilder zur Veranstaltung am 17. Mai im Sprechsaal, die weitere Berichterstattung folgt am Ende des Monats.

Für einen kleinen ersten Eindruck:

Foto Madame Annie Lacroix-Riz im Sprechsaal 17. Mai 2024

Prof. Dr.  Annie Lacroix-Riz im Sprechsaal 17. Mai 2024 mit dem Vorsitzenden (LV Berlin) Tobias Baumann, der die laufende Übersetzung vom Französischen ins Deutsche übernahm und durch die Veranstaltung leitete.

Ursprünge und den Zweck der sog. europäischen Integration

Foto Madame Annie Lacroix-Riz im Sprechsaal 17. Mai 2024

Madame Annie Lacroix-Riz im Sprechsaal 17. Mai 2024

Foto Publikum im Sprechsaal am 17. Mai 24 bei Annie Lacroix-Riz

Publikum im Sprechsaal am 17. Mai 24 bei Annie Lacroix-Riz

(more…)

Nachschau und Veranstaltungshinweise April-Mai 2024

Freitag, 19. April 2024 von Webredaktion

Nachschau und Veranstaltungshinweise

aus Platzgründen fassen wir hier Nachschau und Hinweise auf künftige Veranstaltungen zusammen. Zum geplanten Zeitpunkt erscheinen die Einladungen dann natürlich noch gesondert ganz oben auf der Seite. Wir arbeiten an einer Neufassung der Webseite, die übersichtlicher werden soll.

Kranzniederlegung am 9. Mai 2024  am  sowjetisches Ehrenmal  in Treptow

Am 9. Mai haben wir Freidenker Berlin und Freunde einen Kranz zu Ehren und im Gedenken an die gefallenen Sowjetsoldaten und als Dank für die Befreiung vom Faschismus niedergelegt.

Ankündigung:Liebe Freunde und Genossinnen, am 9. Mai werden wir wieder im Treptower Park unsere traditionelle Kranzniederlegung durchführen. Unser Transparent „FRIEDEN MIT RUSSLAND!“ wird auch vor Ort sein. Wir treffen uns um 10:00 Uhr  an der `Mutter Heimat´, um dann der gefallenen russischen Soldaten des 2. Weltkriegs zu gedenken. Flyer zum Verteilen werden auch vorhanden sein.[sh 05.05.2024]

Am 2. Mai fand in Berlin-Karlshorst eine Gedenkveranstaltung zu Odessa

unter der Leitung unseres Mitglieds Ingrid Koschmieder statt,  der wir für die Organisation und Moderation dieser gelungenen Veranstaltung sehr herzlich danken.

„Eine sehr wichtige, eine sehr schöne, tiefgreifend und emotionale aber auch kämpferische Veranstaltung“

26. April 2024 um 19:00 Uhr im Sprechsaal: Elke Zwinge-Makamizile

„Kräfte und Gegenkräfte in der Entwicklung zu einer friedlichen und multipolaren Welt“

Inhalt (Auszug aus dem Skript):

Der Genozid in Gaza, ein absoluter Bruch mit der Zivilisation, ist unvorstellbar für das Menschsein!

In der UNO-Vollversammlung haben 153 Länder, mehrheitlich aus den Ländern des Südens, den sofortigen humanitären Waffenstillstand verlangt.

Südafrika hat eine hervorragend ausgearbeitete Klage gegen Israel beim Internationalen Gerichtshof eingereicht.

Der brasilianische Journalist Pepe Escobar schreibt: Dieser von Südafrika eingebrachte Fall wird wahrscheinlich nur der erste seiner Art sein, die BRICS – zu deren entscheidendem Mitgliedsstaat Südafrika gehört – sind Teil der neuen Welle internationaler Organisationen, die die westliche Hegemonie und ihre „regelbasierte Ordnung“ in Frage stellen.

Richard Pithouse, südafrikanischer Autor und Philosoph nennt den Titel seines Artikels „Südafrikas Geschenk an die Welt- im Geist von Steve Biko hin zum IGH“

Eine weitere Klage kommt aus Nikaragua. Als einziges Land des Südens bewirkte es 1986 eine Verurteilung der USA vor dem IGH wegen Verminung seiner Häfen durch die Contras, Nikaraguas Klage gegen Deutschland wegen Beihilfe zum Völkermord aufgrund seiner Waffenlieferungen an Israel, lässt ein Urteil erhoffen, das für die Länder des globalen Südens Bedeutung haben kann.
Der globale Süden meldet sich zu Wort….

[Quelle: Elke Zwinge-Makamizile. Das Skript kann auch Anfrage als PDF Datei zur Verfügung gestellt werden.
https://prima-media.org/2024/05/08/krafte-und-gegenkrafte-in-der-entwicklung-hin-zu-einer-multipolaren-welt/ ]

 

 

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Nachschau auf vergangene Aktivitäten und die Einladung der Neuen Gesellschaft für Psychologie

19.04.2024 [tb]
Liebe Freidenker,
im August letzten Jahres führten wir unsere erste China-Veranstaltung durch im Kiez-Treff, wo wir die spezifische ‚Materialität des Ideologischen‘ (Antonio Gramsci) im chinesischen Kollektivbewusstsein der letzten Jahrtausende herausgearbeitet haben am Beispiel des Daoismus sowie  insbesondere des Konfuzianismus, welcher heute von der Staatspolitik Beijings wieder als wertvolle kulturelle Tradition gefördert wird. Diese auf Gleichgewicht ausgerichteten Normen für ein harmonisches Zusammenleben haben wir als Grundlage der Universalisierung einer neuen Ethik auf dem eurasischen Friedenspfad erkannt und BRICS+ (von Beijing 2017 vorgeschlagen und im Januar 2024 umgesetzt) als wesentliches Instrument der neuen Epoche identifiziert neben SCO, CELAC usw.
Im vergangenen Februar haben wir die zweite Veranstaltung in dieser Reihe im Sprachsaal abgehalten: einige Freidenker waren auch dabei, als der Landesvorsitzende historische Beispiele dartat, welche beweisen, dass die chinesische Kultur niemals kolonial projizierte und dies auch niemals zu befürchten steht; ganz im Gegenteil steht das chinesische Konzept des universalen, philosophisch zu verstehenden ‚tianxia‘ für eine multipolare Welt, in der alle Völker gleichberechtigt als souveräne Nationen koexistieren.
Diesen Monat fand im Kiez-Treff das dritte Treffen mit diesem rotem Faden statt, wo unser neues Mitglied Diego Guardiani konkrete Formen dieser holistischen Weltanschauung darlegte; Taiji und Kungfu sowie deren Bedeutung für die neue, friedvolle Ära Eurasiens; unser Freund Yang bot zudem bezaubernden Gesang der jahrtausendealten chinesischen Opern dar.
Wir freuen uns, dass die Freidenkerin Elke nächste Woche den vierten Vortrag in der Reihe ‚Multipolarität qua sinozentrisch-eurasischer neuer Diplomatie der Völker pro Weltfrieden‘ halten wird:
Inhalt Originaleinladung:

Liebe Mitglieder und Freunde der Neuen Gesellschaft für Psychologie,
Wir freuen uns sehr, Sie / Euch zum nächsten Vortrag (mit Diskussion) einladen zu können.

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Elke Zwinge-Makamazile

Kräfte und Gegenkräfte in der Entwicklung zu einer friedlichen multipolaren Welt

Die Entwicklung einer multipolaren Welt hat ihren Ursprung
in dem Kampf des globalen Südens
gegen die jahrhundertelange Kolonisation und
seit 1945 gegen die Hegemonie einer unipolaren Welt des globalen Westens (USA/EU/NATO).
Einige historische Eckpunkte und konkrete Beispiele aus der Gegenwart sollen das verdeutlichen.

am 26.04.2024 um 19:00 Uhr

im Sprechsaal, in der Marienstr. 26, in Berlin, (ganz nahe bei S-bahn Friedrichstr.)
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Wir freuen uns, Sie / Euch begrüßen zu dürfen.

Almuth Bruder-Bezzel und Klaus-Jürgen Bruder
im Namen des Vorstands der Neuen Gesellschaft für Psychologie

[fb 19.04.2024 13:00, überarb. 07.05.2024 14:10]

Blumen vor der russischen Botschaft Berlin niedergelegt

Mittwoch, 27. März 2024 von Webredaktion

Am Sonntag, den 24. März haben wir Blumen vor der Russischen Botschaft in Berlin zum Gedenken an die Opfer von Krasnogorsk niedergelegt.

Fotos Prima-Media-F.Becker, 24.03.2024.

Wegen der Absperrung war ein Polizist behilflich, unsere Blumen abzulegen.

FB 27.03.2024, 09:35.

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