Auf seinem Internetkanal „KenFM“ ist Ken Jebsen in verschiedenen Formaten im Gespräch. Manchmal bietet er auch Monologe und spricht dann oft sehr schnell, was ihm manche ankreiden. In den Gesprächen in Form von Interviews oder auch in den Gesprächsrunden mit vier Gästen, die „Positionen“ genannt werden, ist Ken Jebsen nicht der Hauptredner, sondern der dem Gespräch dienende Moderator. Er kann auch zuhören.
Die „Positionen“-Gespräche erstrecken sich über fast drei Stunden, und ich gestehe, dass ich es gestern zum ersten Mal geschafft habe, die jüngste Sendung, die vierte, von Anfang bis Ende zu verfolgen. „Positionen 4“ steht seit 19 Stunden bei Youtube und hat 28.285 Aufrufe. (Die „Positionen“ eins bis drei, die seit eins bis acht Monaten im Internet stehen, haben derzeit zwischen 600.000 und 200.000 Aufrufe.)
GesprächspartnerInnen waren Evelyn Hecht-Galinski, Rüdiger Lenz, Dr. Rainer Rothfuß und Gerhard Wisnewski. Das Thema war: „Kooperation oder Konkurrenz – Braucht der Mensch ein Feindbild?“
Alle Gesprächsteilnehmer hatte Ken Jebsen früher schon interviewt, und ein Skeptiker hätte erwarten können, dass zumindest phasenweise ein Einheitsbrei herauskommt. Diese Befürchtung wurde nicht wahr.
Ich war am Ende beeindruckt, welche geistige Vielfalt zum Ausdruck gekommen war. Aber Vielfalt ist ein zu schwacher Ausdruck. Es war geistige Wechselwirkung, geistige Auseinandersetzung, die sich manchmal bis zum geistigen Kampf steigerte. Was sich dort über die intensive Sachdiskussion hinaus an gruppendynamischem und sozialpsychologischem „Subtext“ entwickelte (und intensiv zu beobachten war und auch nachträglich weiter analysiert werden kann), war außerordentlich.
Vielleicht kann so der Mensch, bei aller Trostlosigkeit, die uns umgibt, geistig-moralisch vorankommen – sage ich mit aller Vorsicht.
Mensch muss selbst sehen und mitdenken, deshalb gehe ich nicht in die Einzelheiten. Nur das möchte ich doch hervorheben: Das Ergebnis wurde nur dadurch möglich, dass ein unverzichtbarer Grundsatz eingehalten wurde:
Keine Denk- und Sprechverbote!
Und eine kleine (für mich) Wichtigkeit am Rande: Keine solche Runde sollte ohne wenigstens eine/einen kompetente/n Teilnehmerin/Teilnehmer mit DDR-Sozialisation stattfinden. Es fehlt etwas Wichtiges, wenn Grundfragen menschlicher Existenz verhandelt werden und die 70 Jahre realsozialistischer Erfahrungen eines Gutteils der Menschheit unbeachtet bleiben.
Ich empfehle mit Wärme, in die „Positionen“ zu gehen.
Der Deutsche Freidenker-Verband als Weltanschauungsgemeinschaft und Kulturorganisation betrachtet Aufklärung als die Hauptaufgabe seiner weltanschaulichen Tätigkeit.
Die Aufklärungsbewegung des 18. Jahrhunderts diente mit ihrer Kritik der feudalen Ideologie und des religiösen Denkens der Emanzipation von den Fesseln der feudalabsolutistischen Ordnung. Die Aufklärung als „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ (Immanuel Kant) wollte Licht in die überkommene Dunkelheit der Unwissenheit, der Vorurteile und des Aberglaubens bringen. Sie kämpfte gegen Mystik und jede Autoritätsgläubigkeit, für die Freiheit des wissenschaftlichen und weltanschaulichen Denkens. Die Gesellschaftsordnung wurde nicht mehr als „gottgewollt“ hingenommen, sondern der Kritik der Vernunft unterzogen. Oberstes Ziel der Aufklärung war die Durchsetzung der Vernunft im geistigen und wissenschaftlichen Leben, und nicht zuletzt in allen Bereichen von Gesellschaft, Staat und Politik.
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