Landesverband Berlin im
Deutschen Freidenker-Verband e.V.

KEIN AUFMARSCHGEBIET GEGEN RUSSLAND! – Auch der Berliner Freidenker-Verband unterstützt diese Initiative

Dienstag, 21. Januar 2020 von Webredaktion

Aufruf

Kein Aufmarschgebiet gegen Russland

Zusammen mit dem Großteil unserer Bevölkerung wollen wir nicht länger zusehen, wie insbesondere das ehemalige Territorium der DDR als Aufmarschgebiet für neue Kriegsvorbereitungen gegen Russland missbraucht wird.

Schon heute stehen US- und Bundeswehrsoldaten im Baltikum nur noch 160 Kilometer vor St. Petersburg.

An „DEFENDER 2020“, der größten von vielen anderen geplanten US/NATO-Kriegsübungen an den Grenzen Russlands, sollen von Januar bis Mai 2020 allein 37.000 US-Soldaten teilnehmen.

Deutschland wird zur Drehscheibe der Transporte.

>Ein besonderer Affront: Der Aufmarsch fällt mit dem 75. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg zusammen.

Wir – eine parteipolitisch ungebundene Bewegung – stehen auf gegen die NATO-Kriegstreiber und ihre deutschen Handlanger. Jeder, egal wie alt, kann mitmachen und „Flagge“ zeigen gegen die Kriegstreiber, ob im heimischen Umfeld auf Marktplätzen, in Diskussionsgruppen oder an den Knotenpunkten der Transportwege der schweren NATO-Angriffswaffen.

Weitere Informationen zur Aktion „Kein Aufmarschgebiet gegen Russland“ unter:

. https://www.kein-aufmarschgebiet.de

 

 Den Aufruf als Flyer ansehen oder herunterladen (PDF-Dokument, ca. 77 KB)


IN MEMORIAM  GERNOT  BANDUR (1934 – 2019)

Montag, 06. Januar 2020 von Webredaktion

„Wir müssen weiterhin für die völlige Loslösung des Denkens aus den Fesseln der Religion eintreten, in bester Tradition Aufklärung betreiben, recht viele Menschen für unsere Ideen gewinnen. Entschieden haben wir gegen Nationalismus und Rassismus, gegen Neofaschismus sowie Terrorismus jeglicher Art anzukämpfen. Aktiv müssen wir gegen Kriege jeder Art, ideologische Kriegsvorbereitung …eintreten. … Wir lehnen Aberglaube, Mystizismus und Obskurantismus ab, aber wir wollen selbständiges Denken fördern, offene Diskussionen, kulturvollen Meinungsstreit.“ So heißt es in der Sonderausgabe 3-2004 unseres Verbandsorgans „Freidenker“, der Dokumentation eines Kolloquiums, mit dem der DFV im Januar 2004 den 60. Jahrestag der Ermordung seines Gründers und langjährigen Vorsitzenden Max Sievers beging. Sievers war am 17. Januar 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden von den Nazis wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ mit dem Fallbeil hingerichtet worden.

Der zitierte Text stammt von Gernot Bandur, damals Vorstandsmitglied des Berliner Landesverbands des Deutschen Freidenker-Verbandes, und trägt den Titel: „Freidenker und Sozialist Max Sievers – Eine politische Biografie“. Der am 15. Juni 1934 geborene Gernot Bandur wurde zunächst Lehrer, später Diplom-Historiker und wissenschaftlicher Bibliothekar und hat wohl Zeit seines Lebens über die Bestrebungen linker Politiker gegen den Einfluss der Kirchen im Staat gearbeitet und geforscht. Den Kampf gegen das bis 1911 geltende Verbot der Feuerbestattung, das ursprüngliche Kernziel der Freidenkerbewegung, beschrieb Bandur mit ausführlichen Texten über seine Vorkämpfer Adolph Hoffmann und Max Sievers. Seine Beschäftigung mit Adolph Hoffmann war auch biographisch begründet. Sein Großvater Franz Bandur (1874-1964) gehörte zur revolutionären Volksmarinedivision von 1918 und sein Vater Helmut Bandur (1905-1990) hatte noch selbst in Hoffmanns kleinem Buchladen Schriften gekauft. Seit 1966 arbeitete Bandur mit anderen am „Biographischen Lexikon zur Geschichte der Arbeiterbewegung“, das vom Institut für Marxismus/Leninismus beim ZK der SED herausgegeben wurde und im Dietz Verlag Berlin erschien. Seine Faszination für die Persönlichkeit Hoffmanns hat ihn auch nach der „Wende“ 1989 nie losgelassen. Eine Vorstufe seiner Studien veröffentlichte er 2000 im Selbstverlag unter dem Titel „Adolph Hoffmann – feuriger proletarischer Vulkan“, die gesamte Studie sollte 1989/90 in einer Reihe des Stadtmuseums Halle publiziert werden, wurde aber – wie ihr Autor – ein Opfer der „Wende“.

Zu Veranstaltungen der Berliner Freidenker, die er lange mit seinem großen Wissen und seiner sachlich-ruhigen Art belebt hatte, konnte Gernot Bandur schon länger nicht mehr kommen. Anfang 2019 starb seine Frau, er selbst lebte seit Oktober 2018, gesundheitlich angeschlagen und fast erblindet, zuletzt in einem Seniorenheim, wo er am 17. Dezember 2019 verstarb. Man mag es kaum einen Zufall nennen: Seine Bestattung findet statt am 76. Todestag von Max Sievers, dem 17. Januar 2020 auf dem Bartholomäus-Friedhof in Berlin-Weißensee um 10.15 Uhr. In unseren Köpfen wird er unvergessen bleiben.

Die Verteidigung der Aufklärung ist die Verteidigung der DDR

Freitag, 03. Januar 2020 von Webredaktion

Anlässlich der Feiern zum 70. Jahrestag der DDR am 7.Oktober 2019 veröffentlichte das OKV eine, inzwischen vergriffene Broschüre, die seinen Mitgliedsverbänden Gelegenheit zur Selbstauskunft gab. Hier folgt der Text der Berliner Freidenker:

 

Die Verteidigung der Aufklärung ist die Verteidigung der DDR

Seit dem 1. Juni 1991 sind die Freidenker wieder in einem gemeinsamen Deutschen Freidenker-Verband und Landesverbänden in allen Bundesländern vereinigt. Die Freidenker sind ein „Ost-West-Verband“, d.h. wir haben unseren Zusammenschluss 1991 als Kontrastprogramm zu der in anderen Organisationen üblichen „feindlichen Übernahme“ organisiert – verbindlich sind Anerkennung der jeweiligen Geschichte und Identität, Ost-West-Parität bei der Besetzung aller Leitungsfunktionen. Der deutsche Freidenker-Verband ist eine Weltanschauungsgemeinschaft. Wir betrachten Aufklärung als die Hauptaufgabe unserer weltanschaulichen Tätigkeit. Welche Weltanschauung ist gemeint – und was meinen wir mit Aufklärung? (more…)

Zwei Welten – Deutschland / Frankreich

Sonntag, 29. Dezember 2019 von Webredaktion

(Zusammenstellung und Kommentierung Doris Pumphrey, 28.12.2019 – nach einem Aufenthalt und Teilnahme an Demonstrationen in Frankreich)

In Deutschland wird die Schule „bestreikt“ und massenweise auf den Straßen gehopst für höhere Steuern. Die Hopsenden werden von finanzstarken Kreisen unterstützt, von Medien, Kirchen und selbst Gewerkschaften gelobt. Und auch Linke schlossen sich an, in der Hoffnung ein wenig von jugendlichen Massen wahrgenommen zu werden. Die FfF-„Generation“ feiert sich selbst als Retter des „Klimas“ – dürfte allerdings in Deutschland den größten Zulauf gehabt haben, denn auch nur hier wird die CO2 Steuer gefeiert und gleich noch mehr gefordert.

In Deutschland hetzt Fridays for Future gegen die Generation der Großeltern und kurz darauf missbraucht ein Öffentlicher Sender (WDR) Kinder, um sie gegen die Alten hetzen zu lassen. Zufall? Fehltritt? Versuchsballon? Da ist es nicht mehr weit, Kinder und Jugendliche auf die Straße zu mobilisieren, um nach den CO2-Steuern auch noch weiteren antisozialen Maßnahmen Vorschub zu leisten: Wie wär’s mit höherer Besteuerung der Renten, eingeschränkter Krankenversicherung „um das Kima zu retten.“

Auf der anderen Seite des Rheins – eine andere Welt
Ein gemeinsamer Kampf gegen die unsoziale Politik der Regierung und für eine sozial gesicherte Zukunft.
Hier gilt immer noch: „Liberté, Egalité, Fraternité“

In Frankreich hatten der deutsche Schulstreik und das Hopsen für höhere Steuern nur wenig Nachahmer gefunden. Im Gegenteil: Die Erhöhung der C02 Steuer hatte dort Woche um Woche Massen von Bürgerinnen und Bürgern in gelben Westen auf die Straßen gebracht, die die Kreisverkehre blockierten und in den größeren Städten demonstrierten, begleitet von der Sympathie und Unterstützung der Bevölkerungsmehrheit. Der Innenminister ließ Kriegswaffen gegen sie einsetzen.

Nach deutschem Vorbild und Maßgabe in der EU, will Macron nun auch die Renten kürzen und das Rentenalter erhöhen. Diese Ankündigung wirkte wie eine Kriegserklärung gegen große Teile des französischen Volkes.

Der Streik in den betroffenen Sektoren wurde auch zu Weihnachten nicht unterbrochen. Im Kampf gegen die Rentenpläne kristallisiert sich der ganze Zorn gegen die unsoziale Politik der Regierung Macron. Zu den von dieser Rentenreform als erste betroffenen Lohnabhängigen des öffentlichen Sektors z.B. Bahnarbeiter, Feuerwehrleute, Pflegepersonal, Lehrer, gesellen sich in den Demonstrationen immer mehr Arbeiter aus dem privaten Sektor.

In Avignon schließen sich Anwälte in ihren Talaren demonstrativ der Mobilisierungsbewegung gegen die Rentenreform an, „um den Zorn der Anwälte Frankreichs auszudrücken“.

Rentner, die die Konsequenzen der Rentenreform selbst nicht mehr tragen müssen, gehen mit auf die Straße. „Die Renten haben wir im Kampf errungen, wir kämpfen um sie zu bewahren“, wie ein Rentner es formulierte.

Jugendliche allen Alters sind mit auf der Straße. „Wir werden die ersten sein, die diese Rentenreform trifft.“ „Wir sind vom Streik unserer Lehrer betroffen, die auch für ihre Rechte und die Sicherung der Rente demonstrieren. Es ist wichtig für die Rente zu demonstrieren, die Rente ist auch unsere Zukunft.“

Eine Gewerkschafterin in Tarbes fasst den gemeinsamen Kampf zusammen: „Die Arbeiter des öffentlichen und privaten Sektors dieses Landes, die Jugendlichen, die Rentner und die Arbeitslosen wollen diese Lebens- und Arbeitsbedingungen nicht länger ertragen und auf dem Altar der Finanzen geopfert werden.“

Eine junge Demonstrantin begründet, warum der Kampf auch über die Weihnachtsfeiertage weitergehen muss: „Es ist nicht cool über die Feiertage zu streiken, aber wenn wir eine Pause machen, werden sie uns nicht ernst nehmen. Es gibt noch viele Weihnachten – aber nur eine Rente.“

Am 24. Dezember führten die Balletttänzerinnen der Pariser Oper unter der Begleitung des Orchesters auf den Stufen der Pariser Garnier Oper eine Szene aus dem Schwanensee auf – als Zeichen ihres Protestes gegen die Rentenpläne der Regierung, von der auch sie betroffen sind. Da seit dem 5. Dezember wegen des Streiks die Vorstellungen der Oper ausfallen, sollte dies auch eine kleine Entschädigung sein für die vielen, die auf die Weihnachtsaufführungen verzichten müssen.
Siehe dazu den kurzen Bericht in Deutsch: https://web.de/magazine/panorama/frankreich-opern-taenzerinnen-fuerchten-regierungs-plaene-altersversorgung-34297324
und hier die ganze Tanzszene: https://youtu.be/oVueDU8uw1I

Auf den Stufen der Pariser Oper and der Bastille hatten die streikenden Musiker bereits am 17. Dezember während der großen Demonstration ihren Protest mit mehreren Darbietungen deutlich gemacht https://www.youtube.com/watch?v=Ab3XloMTIPY&feature=youtu.be

Um einen Eindruck des Klassenkampfes in Frankreich zu bekommen, hier ein paar Beispiele aus einigen Städten (einige Videos beginnen mit Werbung durch youtube)

Paris: https://youtu.be/w_y7OvRmU9Q

La Rochelle: https://www.youtube.com/watch?v=3klYo-mjhCo

Avignon: https://youtu.be/y1LsatIurCU

Rouen: https://www.youtube.com/watch?v=4vQWlA6E3Uo

Le Havre: https://youtu.be/ydPHg2UTNhc

Rennes :https://youtu.be/a8_TFKM4CMo

Limoges: https://youtu.be/75pJR_6qWYg

Marseille: https://www.youtube.com/watch?v=kFj_RztUBxU

Tarbes: https://www.youtube.com/watch?v=iFmJKhQQuXg

Clermont-Ferrand: https://www.youtube.com/watch?v=LiEBOj6yYD4

Freidenker dürfen Rosa-Luxemburg-Konferenz nicht mehr unterstützen

Sonntag, 22. Dezember 2019 von Webredaktion

Ohne Begründung und ohne es zu kommunizieren, hat die „junge Welt“ den Freidenker-Verband klammheimlich von der Liste der Unterstützer-Organisationen gestrichen.

So muss man vermuten, dass wir durch den Appell „Wir wollen Transparenz, junge Welt!“ in Ungnade gefallen sind. Den hatten auch Freidenker unterschrieben, weil in der Zeitung wiederholt Schmähartikel gegen Sahra Wagenknecht erschienen, während Beiträge zu ihrer Verteidigung zurückgewiesen wurden, sogar online-Kommentare wurden umgehend wegzensiert.

Das Verlangen nach Erhalten der „jungen Welt“ als Tribüne für alle Linken wurde als „Angriff“ und Aufforderung zu einem Kurswechsel „nach rechts“ interpretiert, die Bitte um Diskussion wurde ignoriert.

Was die Konferenz-Unterstützung angeht, hat der Veranstalter den Kurswechsel schon hingekriegt, wenn auch nicht nach links. Falls dahinter eine Geschäftsidee steckt, würden wir sie gerne verstehen.

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