Landesverband Berlin im
Deutschen Freidenker-Verband e.V.

Ein Wörtchen zu „Panama“ in Ehren…

Sonntag, 10. April 2016 von Webredaktion

… soll den FreidenkerInnen niemand verwehren.

Aber nein, in der Anstalt reden sie gar nicht über „Panama“. Sie decken stattdessen auf, was es mit dem ganzen Offshore-Kapitalismus auf sich hat. Ihnen geht es nicht um Politiker von mehr oder weniger Bedeutung oder um Politiker, die vielleicht Jemand kennen, der Jemand kennt, der Offshore …

Und diese politische Kabarettisten, denen wohl kaum hunderte Medienmacher monatelang zugearbeitet haben, scheuen sich weder amerikanische Monopole als größte Offshore-„Akrobaten“ anzuprangern, noch zu zeigen, wie die westlichen Vorzeigedemokratien die Offshore-Tricks im Interesse der „Oligarchen aller Länder“ (es wäre wohl treffender „Transnationale kapitalistische Klasse“ – TCC zu sagen) ermöglichen und dulden.

„Die Anstalt“ vom Oktober 2014 ist von höchster Aktualität. Wer darüber hinaus Kluges zum Tage vom Tage lesen will, ist hier, hier oder auch hier gut beraten.

Im Folgenden reicht Webmaster noch einige Detailinformationen über die britischen Jungferninseln nach:

„Im Zuge meiner Recherchen bin ich auch auf einen Artikel des Londoner FAZ-Korrespondenten Marcus Theurer gestoßen, der die weltweit mit Abstand vor Panama führende Steueroase recht witzig so umschreibt: „Das Hauptstädtchen namens Road Town zählt rund 9000 Einwohner, die Landfläche der Inselgruppe ist kleiner als das Stadtgebiet von Frankfurt, und das Netz an befestigten Straßen umfasst überschaubare 110 Kilometer: Die Britischen Jungferninseln mit ihren palmenbestandenen Sandstränden sind nur winzige Fleckchen Erde in der Karibik. Aber auf der Weltkarte des großen Geldes ist der Archipel ein Riese – die diskrete Steueroase ist Weltmarktführer im Geschäft mit Briefkastenfirmen.“ Bleibt noch hinzuzufügen, dass nach Aussagen eines von Theurer zitierten Spezialanwalts von weltweit etwa zwei Millionen Briefkastenfirmen nicht weniger als eine halbe Million auf die Jungferninseln entfällt.“

Quelle.

Bei Freidenkern gefunden… und anderswo… 3/16

Mittwoch, 30. März 2016 von Webredaktion

Krieg, tatsächlich tobender Krieg oder „nur“ drohender, überschattet alles in unserer Zeit. Wissen wir genug über Krieg? Denken wir tief genug darüber nach?

Oder meinen wir, dass plakative Anklagen genügen, wie z. B.: „Krieg ist Terror!“ Meinen wir, dass unsere zutiefst ehrliche, leidenschaftliche Ablehnung genügt? Wenn Abermillionen in aller Welt rufen: „Die Waffen nieder!“ – wird dann Friede ein?

Wir wissen, dass es nicht so ist.

Gegen den Krieg aktiv zu sein, verlangt unsere Leidenschaft, verlangt Mobilisierung aber auch viel, viel Wissen und die Anstrengung des Begriffs.

*

John Pilger der berühmte Aufklärer von der anderen Seite der Welt (zu wenige seiner Arbeiten sind ins Deutsche übersetzt, hier immerhin der beeindruckende Dokumentarfilm „Krieg für Demokratie“) veröffentlichte am 20.3.2016 den aufrüttelnden Beitrag: „Ein Weltkrieg hat begonnen. Das Schweigen brechen“.

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Update 2.4.2016:

(Auf Free21 ist jetzt erfreulicherweise die komplette Übersetzung von John Pilgers Artikel zu finden.)

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Wir danken Bernhard Trautvetter für die Übersetzung einiger ausgewählter Passagen von Pilgers Artikel.

„…Edward Bernay beschrieb … „die bewusste und intelligente Manipulation der Gewohnheiten und Meinungen“ demokratischer Gesellschaften. Er nannte es eine ‚unsichtbare Regierung‘.

Wie viele Menschen haben wahrgenommen, dass ein Weltkrieg begonnen hat? Im Moment ist es ein Krieg der Propaganda, der Lügen und der Ablenkung, aber das kann sich abrupt ändern mit der ersten verfehlten Order, der ersten Rakete. 

…2009 plädierte Präsident Obama … im Zentrum von Prag … „die Welt frei von nuklearen Waffen“ zu machen. Atomare Rüstungsausgaben stiegen unter Obama höher als unter jedem anderen amerikanischen Präsidenten. Die Kosten summieren sich über 30 Jahre auf weit über 1000 Mrd. $. Eine kleine nukleare Bombe wird geplant. Sie ist bekannt als die B61 Modell 12. Sie ist ohne Vergleich. General J. Cartwright… sagte „das Verkleinern [macht den Gebrauch dieser nuklearen]  Waffe denkbarer. …

In Lettland, Litauen und Estland – vor Russlands Toren – stationiert das US-Militär Gefechtstruppen, Panzer, schwere Waffen, schwere Waffen. Diese extreme Provokation der 2. Atommacht der Welt geschieht hinter dem Vorhang des Schweigens im Westen. …

Die USA kreisen China mit einem Netz von Basen ein, …Raketen, …atomwaffenfähigen Jets….

Vor einer Generation stoppte ein postmoderner Kult, bekannt als ‚identity politics‘ viele intelligente … Menschen, die die Gründe für … Bewegungen …, die die Völker betrogen ergründet hatten… . Selbstversunkenheit, eine Art von ‚Ich-ismus‘ wurde zum neuen Zeitgeist in privilegierten westlichen Gesellschaften und signalisierten die Demission einer großen kollektiven Bewegung gegen Krieg, soziale Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Rassismus und Sexismus.

Heute kann der tiefe Schlaf vorbei sein. Die Jugend bewegt sich wieder. Schrittweise…

Wo ist der Mut, wo die Kreativität und Entschlossenheit, die den Beginn einer langen Reise in eine bessere, gerechte und friedliche Welt markiert? …

Wo sind die, die das Schweigen brechen?“

*

Dagmar Henn verdanken wir die Übersetzung des höchst anregenden russischen Beitrags: „Assad hat in Syrien nicht seinesgleichen“. Es ist ein Interview, das Alexej Peskow mit dem Historiker, Publizisten und Politiker Nikolai Starikow führte. Mich haben seine Überlegungen zum modernen Nicht-Kernwaffenkrieg beeindruckt. Sein Blick ist weit genug für große historische Räume. (Plötzlich macht die Erinnerung an die Britische Ostindien-Kompanie Sinn.) Bedeutsam sind seine Hinweise auf Zentralasien, denn das ist die Zentralregion des großen chinesischen und russischen Projekts „Neue Seidenstrasse“, mit Aspekten, wie, „Seidenstraßenstrategie“ und TRACECA, Aspekte, von denen der brave deutsche Friedensbewegte kaum eine Ahnung hat (obwohl auch deutsche Wissenschaftler längst dazu arbeiten, vergl hier). Aber doch haben sollte.

*

Und eine dritte Fundstelle möchte ich nennen, da es mir um die differenzierte, konkrete Betrachtung einer Kriegszeit geht, dieser durch alle Zeiten von komplexen aber erkennbaren Interessen geschaffenen mörderischen Ereignisse. Ich spreche von Karlheinz Deschners „Kriminalgeschichte des Christentums“, diesmal von dem Band 6 mit dem 9. Kapitel: „Der erste Stauferkönig, Kreuzzüge wie vom Fließband und ein heiliger Kirchenlehrer“. Was dort auf 45 Seiten beschriebenen wird, geschah vor 850 bis 900 Jahren. Aber selten war Aufklärung diesseitiger und heutiger und unverzichtbarer.

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