Landesverband Berlin im
Deutschen Freidenker-Verband e.V.

13.9.2017 – „Berliner Runde – Freidenker im Gespräch“

Samstag, 19. August 2017 von Webredaktion

Achtung! – Unsere Veranstaltungen „Freidenker im Gespräch“ finden regelmäßig im Kieztreff Stralsunder Straße (Wedding) statt. 

Liebe Freidenkerin, lieber Freidenker, liebe Freunde, wir laden herzlich ein zu unserer nächsten öffentlichen

Berliner Runde – Freidenker im Gespräch“

am Mittwoch, dem 13. September 2017, 18.00 Uhr, im Kieztreff Wedding, Stralsunder Straße 6, 13355 Berlin*.

Unser Thema:

China in der multipolaren Welt.

Das Projekt `Neue Seidenstraße`“

Unser Referent und Gesprächspartner ist Rolf Berthold, ehemaliger Botschafter der DDR in China.

Moderation: Elke Zwinge-Makamizile

Rolf Berthold, Jahrgang 1938, studierte von 1956 bis 1961 am Institut für Internationale Beziehungen in Peking  und an der Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften der DDR in Potsdam-Babelsberg. Er arbeitete von 1962 bis 1990 im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR, war in den Botschaften der DDR in der Volksrepublik China und in Vietnam tätig und von 1982 bis 1990 Botschafter der DDR in beiden Republiken.

Seit vielen Jahren und in verschiedenen Formen publiziert Rolf Berthold über China.

Mit seinem Buch „Chinas Weg. 60 Jahre Volksrepublik“ (2009, 302 Seiten) lieferte er einen bislang fehlenden Beitrag in der Diskussion über den Weg Chinas zum Sozialismus – die Darstellung von Geschichte und Perspektiven, Strategie und Taktik der Kommunistischen Partei Chinas aus deren eigener Sicht. Dabei erschloss er Dokumente, die vielen Interessierten aufgrund der Sprachhürde bisher unbekannt geblieben waren.

Auch in der „kleinen Form“ meldet sich Rolf Berthold regelmäßig zu Wort, so im Juli-Heft 2013 der Zeitschrift „Rotfuchs“ mit detaillierten Betrachtungen zu Vietnam, wiederholt mit Leserbriefen im „Rotfuchs“ oder auch im Mai 2014 auf der Webseite des „Arbeitskreises Friedenspolitik“ mit einem Beitrag: „China ist auf einem Erfolg verheißenden Weg zum Sozialismus”.

Für alle, die sich auf den Gesprächskomplex „multipolare Welt“  etwas gründlicher vorbereiten wollen, empfehlen wir eine Arbeit von Andreas Wehr „Was ist Klassenkampf?“, diesen hochinteressanten Artikel aus dem „Contra-Magazin“ sowie das folgende Gespräch, das Christiane Reymann auf Weltnetz TV  mit Domenico Losurdo führte:

Mit großem Interesse sehen wir den Ausführungen von Rolf Berthold zu Chinas großem Projekt:

One Belt, One Road” (OBOR)

entgegen. Das gigantische Projekt, in der BRD noch viel zu wenig beachtet, wird auch „Neue Seidenstraße“ genannt und bündelt seit 2013 die chinesischen Ziele zum Aufbau eines interkontinentalen Infrastruktur-Netzes zwischen Europa, Afrika, Asien und China.

Für alle, die sich auf den Gesprächskomplex „Neue Seidenstraße“  etwas gründlicher vorbereiten wollen, empfehlen wir einen grundsätzlichen Artikel von Martin Uebele „Was China mit der Neuen Seidenstraße wirklich will“, publiziert vom Institut der deutschen wirtschaft Köln, sowie einen Artikel von besonderer Aktualität auf rtdeutsch.

Mit einbeziehen in unser China-Freidenkergespräch wollen wir die Ausarbeitung unseres kürzlich verstorbenen Freidenker-Genossen Hans-Günter Szalkiewicz: „Die chinesische Mauer oder wie kapitalistisch ist die Volksrepublik China?“. (Die Broschüre wird ausliegen und kann weiter über Edi Mader bezogen werden.)

Zum guten Schluss:

Bei der vertieften Beschäftigung mit dem Thema hilft der grundsätzliche Artikel von Eike Knopf „China als dynamischstes Kraftzentrum der „Peripherie“, Zeitschrift „Z. Zeitsdchrift Marxistische Erneuerung“ von 2007.

Und einen anregenden schöngeistigen Beitrag können die Romane des chinesischen Nobelpreisträgers für Literatur Mo Yan darstellen.

Wir freuen uns auf einen spannenden, sachkundigen Vortrag und auf eine lebhafte Diskussion mit vielen Teilnehmern im schönen Kieztreff im Wedding.

Eure Kollektive Berliner Leitung

* Der Kieztreff – „generationsübergreifender und kiezbezogener Treffpunkt für alle Anwohnergruppen“ – ist etwa gleich weit entfernt (ca. 300m Fußweg) von den U-Bahnhöfen Bernauer Straße oder Voltastraße. Die Stralsunder Straße kreuzt die Brunnenstraße. Im Bereich des Kieztreffs ist die Stralsunder Straße verkehrsberuhigt (ohne Autoverkehr), parkartig. Der Eingang zum Kieztreff ist von der Stralsunder Straße etwas zurückgesetzt, Dank Ausschilderung aber trotzdem gut zu finden.

Bei Freidenkern gefunden… und anderswo… 3/16

Mittwoch, 30. März 2016 von Webmaster

Krieg, tatsächlich tobender Krieg oder „nur“ drohender, überschattet alles in unserer Zeit. Wissen wir genug über Krieg? Denken wir tief genug darüber nach?

Oder meinen wir, dass plakative Anklagen genügen, wie z. B.: „Krieg ist Terror!“ Meinen wir, dass unsere zutiefst ehrliche, leidenschaftliche Ablehnung genügt? Wenn Abermillionen in aller Welt rufen: „Die Waffen nieder!“ – wird dann Friede ein?

Wir wissen, dass es nicht so ist.

Gegen den Krieg aktiv zu sein, verlangt unsere Leidenschaft, verlangt Mobilisierung aber auch viel, viel Wissen und die Anstrengung des Begriffs.

*

John Pilger der berühmte Aufklärer von der anderen Seite der Welt (zu wenige seiner Arbeiten sind ins Deutsche übersetzt, hier immerhin der beeindruckende Dokumentarfilm „Krieg für Demokratie“) veröffentlichte am 20.3.2016 den aufrüttelnden Beitrag: „Ein Weltkrieg hat begonnen. Das Schweigen brechen“.

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Update 2.4.2016:

(Auf Free21 ist jetzt erfreulicherweise die komplette Übersetzung von John Pilgers Artikel zu finden.)

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Wir danken Bernhard Trautvetter für die Übersetzung einiger ausgewählter Passagen von Pilgers Artikel.

„…Edward Bernay beschrieb … „die bewusste und intelligente Manipulation der Gewohnheiten und Meinungen“ demokratischer Gesellschaften. Er nannte es eine ‚unsichtbare Regierung‘.

Wie viele Menschen haben wahrgenommen, dass ein Weltkrieg begonnen hat? Im Moment ist es ein Krieg der Propaganda, der Lügen und der Ablenkung, aber das kann sich abrupt ändern mit der ersten verfehlten Order, der ersten Rakete. 

…2009 plädierte Präsident Obama … im Zentrum von Prag … „die Welt frei von nuklearen Waffen“ zu machen. Atomare Rüstungsausgaben stiegen unter Obama höher als unter jedem anderen amerikanischen Präsidenten. Die Kosten summieren sich über 30 Jahre auf weit über 1000 Mrd. $. Eine kleine nukleare Bombe wird geplant. Sie ist bekannt als die B61 Modell 12. Sie ist ohne Vergleich. General J. Cartwright… sagte „das Verkleinern [macht den Gebrauch dieser nuklearen]  Waffe denkbarer. …

In Lettland, Litauen und Estland – vor Russlands Toren – stationiert das US-Militär Gefechtstruppen, Panzer, schwere Waffen, schwere Waffen. Diese extreme Provokation der 2. Atommacht der Welt geschieht hinter dem Vorhang des Schweigens im Westen. …

Die USA kreisen China mit einem Netz von Basen ein, …Raketen, …atomwaffenfähigen Jets….

Vor einer Generation stoppte ein postmoderner Kult, bekannt als ‚identity politics‘ viele intelligente … Menschen, die die Gründe für … Bewegungen …, die die Völker betrogen ergründet hatten… . Selbstversunkenheit, eine Art von ‚Ich-ismus‘ wurde zum neuen Zeitgeist in privilegierten westlichen Gesellschaften und signalisierten die Demission einer großen kollektiven Bewegung gegen Krieg, soziale Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Rassismus und Sexismus.

Heute kann der tiefe Schlaf vorbei sein. Die Jugend bewegt sich wieder. Schrittweise…

Wo ist der Mut, wo die Kreativität und Entschlossenheit, die den Beginn einer langen Reise in eine bessere, gerechte und friedliche Welt markiert? …

Wo sind die, die das Schweigen brechen?“

*

Dagmar Henn verdanken wir die Übersetzung des höchst anregenden russischen Beitrags: „Assad hat in Syrien nicht seinesgleichen“. Es ist ein Interview, das Alexej Peskow mit dem Historiker, Publizisten und Politiker Nikolai Starikow führte. Mich haben seine Überlegungen zum modernen Nicht-Kernwaffenkrieg beeindruckt. Sein Blick ist weit genug für große historische Räume. (Plötzlich macht die Erinnerung an die Britische Ostindien-Kompanie Sinn.) Bedeutsam sind seine Hinweise auf Zentralasien, denn das ist die Zentralregion des großen chinesischen und russischen Projekts „Neue Seidenstrasse“, mit Aspekten, wie, „Seidenstraßenstrategie“ und TRACECA, Aspekte, von denen der brave deutsche Friedensbewegte kaum eine Ahnung hat (obwohl auch deutsche Wissenschaftler längst dazu arbeiten, vergl hier). Aber doch haben sollte.

*

Und eine dritte Fundstelle möchte ich nennen, da es mir um die differenzierte, konkrete Betrachtung einer Kriegszeit geht, dieser durch alle Zeiten von komplexen aber erkennbaren Interessen geschaffenen mörderischen Ereignisse. Ich spreche von Karlheinz Deschners „Kriminalgeschichte des Christentums“, diesmal von dem Band 6 mit dem 9. Kapitel: „Der erste Stauferkönig, Kreuzzüge wie vom Fließband und ein heiliger Kirchenlehrer“. Was dort auf 45 Seiten beschriebenen wird, geschah vor 850 bis 900 Jahren. Aber selten war Aufklärung diesseitiger und heutiger und unverzichtbarer.

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